30.09.2011
FLUG REVUE

China startet "Himmelspalast"

Die Volksrepublik China hat am 29. September an Bord einer Trägerrakete CZ-2F das erste Modul einer eigenen Raumstation in die Erdumlaufbahn gebracht - Tiangong-1 (Himmelspalast). Der Start erfolgte auf dem Weltraumbahnhof Jiuquan.

20 Minuten nach dem Start meldete das Kontrollzentrum Peking, dass der Raumflugkörper in einer Bahnhöhe von 350 Kilometern ausgesetzt worden sei und seine Solarzellenflächen entfaltet habe. Damit wurde der erste Teil dieser Mission als voller Erfolg gefeiert. Unter den Anwesenden im Flugleitzentrum verfolgte auch Staats- und Parteichef Hu Jintao das Geschehen, das live im Fernsehen übertragen wurde.

Das 8,5 Tonnen schwere Modul mit einer Lebensdauer von zwei Jahren soll nunmehr für Andockmanöver im All genutzt werden. Bereits im November dieses Jahres soll dazu das unbemannte Raumschiff Shenzhou-8 starten und automatisch ankoppeln. Im nächsten Jahr sind dann zwei bemannte Missionen geplant, bei denen jeweils zwei Taikonauten an Bord verschiedene Experimente durchführen könnten - vorausgesetzt, es passieren keine größeren Zwischenfälle.

Zwischen 2013 und 2015 werden die Nachfolgemodule Tiangong-2 und -3 gestartet, die ebenfalls jeweils zwei Gastcrews aufnehmen sollen. Ab 2020 könnte dann eine chinesische Raumstation mit rund 60 Tonnen Gesamtmasse die Erde umkreisen. Zum Vergleich: Die Internationale Raumstation ist rund 400 Tonnen schwer, aber weil die USA die Chinesen dort nicht haben wollten, bauen diese sich nun eben eine eigene Infrastruktur im All auf.

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flugrevue.de/Matthias Gründer



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