02.11.2011
FLUG REVUE

Deutschland und China experimentieren gemeinsam im All

Am 31. Oktober 2011 ist um 22.58 Uhr Mitteleuropäischer Zeit (d.h. am 1. November, 5.58 Uhr Ortszeit) das chinesische Raumschiff Shenzhou-8 mit einer Trägerrakete CZ-2F vom Weltraumstartgelände Jiuquan in der Inneren Mongolei in den Weltraum gestartet.

An Bord befindet sich u.a. die in Deutschland entwickelte und gebaute SIMBOX-Experimentapparatur. Diese enthält 17 Experimente aus den Bereichen Biologie und Medizin, die deutsche Wissenschaftler zusammen mit ihren chinesischen Kollegen durchführen werden. Bei dem Shenzhou-Programm - dem Kernstück der bemannten chinesischen Raumfahrt - kooperiert die chinesische Raumfahrt-Organisation CMSEO erstmals mit einer anderen Nation.

Das Raumfahrtmanagement des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt in Bonn-Oberkassel steuert den deutschen Missionsanteil.  Gebaut wurde die SIMBOX-Apparatur - eine Kombination aus intelligentem Brutschrank und Zentrifuge - bei Astrium in Friedrichshafen. Sieben deutsche Universitäten nehmen mit Experimenten teil. Der diesmal unbemannte Flug eines Shenzhou-Raumschiffs zum ersten Modul der im Aufbau befindlichen chinesischen Raumstation Tiangong ist für China die Generalprobe für spätere bemannte Raumflüge. Ungefähr zwei Tage nach dem Start wird Shenzhou-8 an Tiangong-1 ankoppeln. Nach knapp 17 Tagen im All dockt "das Götterschiff" - so der chinesische Name - wieder ab, und die Landekapsel kehrt am Fallschirm zur Erde zurück. Anschließend werden die Proben von Suchteams geborgen und zur Auswertung nach Peking transportiert.

Im Rahmen von SIMBOX werden Pflanzen, Bakterien und menschliche Krebszellen fast drei Wochen lang der Schwerelosigkeit und der Strahlung des Weltraums ausgesetzt sowie medizinisch relevante Proteine kristallisiert. Die Experimente beschäftigen sich mit fundamentalen biologischen und medizinischen Fragestellungen, die auch auf der Erde eine Rolle spielen. Wissenschaftler der Universitäten Erlangen, Hohenheim, Magdeburg, Tübingen, Hamburg und Freiburg sowie der Charité Berlin sind an den Untersuchungen beteiligt. Neben den sechs rein deutschen Experimenten führen die Universitäten Erlangen und Wuhan sowie die Universität Hamburg und das Institut für Biophysik der Chinesischen Akademie der Wissenschaften in Peking zwei gemeinsame deutsch-chinesische Experimente durch.

Mehr zum Thema:
flugrevue.de/Matthias Gründer



  • Hersteller

    Lade...

  • Typ

    Bitte Hersteller auswählen!

FLUG REVUE 12/2016

FLUG REVUE
12/2016
07.11.2016

Abonnements
Digitalabo
E-Paper
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


- Neue Junkers F 13 fliegt
- Dreiteilung airberlin
- Flughafen Lyon
- Erprobung Pilatus PC-24
- Wonsan Air Festival
- Brennstoffzellen im Alltagstest
- Extra Raumfahrt

aerokurier iPad-App