13.10.2014
FLUG REVUE

MondforschungNASA-Mondsonde LRO findet „junge Vulkane“

Anhand von Daten der NASA-Mondsonde LRO (Lunar Reconnaissance Orbiter) haben Wissenschaftler herausgefunden, dass der Mondvulkanismus erst nach und nach zurückging. Bisher war man der Meinung, die vulkanischen Aktivitäten auf dem Erdtrabanten hätten schon sehr früh abrupt gestoppt.

LRO Junger Mond

Auch in diesem Gebiet namens „Maskelyne“ fanden Wissenschaftler deutliche Zeichen eines jungen Vulkanismus. © DLR  

 

Ausgeprägte Gesteinsablagerungen konnten auf ein Alter von weniger als 100 Millionen Jahre bestimmt werden, was angesichts des Alters unseres Sonnensystems von mehr als vier Milliarden Jahren lächerlich wenig ist. Vor 100 Millionen Jahren herrschte auf der Erde die Kreidezeit, die Hoch-Zeit der Dinosaurier sozusagen, und nun entdeckten die Experten, dass damals auf dem Mond noch Vulkane aktiv waren. Entsprechende Sputen sind praktisch auf der gesamten Mondoberfläche zu finden, „was bedeutet, dass wir wohl einige Mondbücher neu schreiben müssen“, sagte John Keller, LRO-Projektwissenschaftler beim Goddard Space Flight Center der NASA in Greenbelt, Maryland. Indessen konnten diese Phänomene auf der Mondoberfläche erst mit hochgenauen Instrumenten entdeckt werden, denn sie haben in der Regel Durchmesser von unter 500 Metern und können deshalb selbst mit den stärksten Teleskopen von der Erde aus nicht beobachtet werden. Das bisher bekannteste dieser Gebiete namens „Ina“ war erstmals von den Apollo-15-Astronauten fotografiert worden.

Anhand der Aufnahmen der Kameras an Bord von LRO fanden nunmehr Wissenschaftler der Arizona State University und der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster 70 solcher „Flecken“ auf der der Erde zugewandten Seite des Mondes. Sie geben Hinweise darauf, dass der Vulkanismus keine Ausnahme, sondern eher die Regel in der geologischen Geschichte des Erdtrabanten war. Damit muss die bisher vorherrschende Theorie, dass die Mondvulkane vor rund einer Milliarde Jahre ziemlich abrupt aufhörten Lava zu speien, nicht mehr haltbar ist.

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flugrevue.de/Matthias Gründer


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