05.03.2014
FLUG REVUE

Laserstrahl vom Mond zur ErdeDLR praktiziert Laserkommunikation mit der Mondsonde LADEE

Gesendet wurde das Signal vom Lunar Lasercomm Space Terminal (LLST) an Bord der NASA-Sonde LADEE (Lunar Atmosphere and Dust Environment Explorer), der seit dem vergangenen Jahr den Mond umkreist.

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Das Lasersignal auf dem Weg vom Mond zur Erde. © NASA  

 

Rund 400.000 Kilometer hat das Signal zurückgelegt und die Erdatmosphäre durchquert, wenn es von Wissenschaftlern des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt analysiert wird. Das Ergebnis: „Der Einfluss der Atmosphäre ist weniger stark als erwartet, die Qualität des Signals ist sehr gut“, sagt Dr. Dirk Giggenbach vom DLR-Institut für Navigation und Kommunikation. Damit wurde erstmals ein optischer Link nach seinem langen Weg durch den Weltraum vermessen. In Zukunft könnten beispielsweise Mond- oder planetare Missionen von dieser Art der Datenübertragung profitieren und Rover hochaufgelöste 3D-Aufnahmen in Echtzeit übermitteln.

Erfahrungen mit den erforderlichen Sensoren und Algorithmen für die Auswertung hatte das Team des INK bereits bei Testreihen mit der Übertragung eines Laserstrahls von einem Flugzeug und von verschiedenen niedrigfliegenden Satelliten gewonnen. Jetzt aber konnte die Technologie der optischen Kommunikation mit einer Mondsonde erstmals unter realen Weltraumbedingungen erprobt werden. Die Daten des "Lunar Laser Communication Demonstration" (LLCD)-Experiments wurden von drei optischen Bodenstationen - den amerikanischen Stationen White Sands und Table Mountain sowie der Empfangsstation der europäischen Raumfahrtorganisation ESA auf Teneriffa - empfangen. Das Experiment wird in einer Kooperation aus NASA, Massachusetts Institute of Technology (MIT), ESA und DLR betrieben.

Das Interesse an der neuen Technologie ist groß: Die bisher erfolgreich erprobte und verwendete Technik, über Radio- und Mikrowellen zu kommunizieren, erreicht ihre Grenzen. Die kurzwelligeren optischen Trägerfrequenzen hingegen bieten höhere Datenraten. Die Blu-Ray-Version des Hollywoodfilms "Apollo 13" würde mit ihren 36.800 MB gerade einmal 7,9 Minuten vom Mond zur Erde benötigen. Würde der Film über die S-Band-Verbindung der Sonde übertragen, müsste man auf der Erde beinahe 639 Stunden - und somit fast einen Monat - auf die Daten warten.

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flugrevue.de/Matthias Gründer


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