05.10.2010
FLUG REVUE

DLR startet Raketenprogramm für Studenten

Am 5. Oktober 2010 startet das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) unter dem Namen STERN (Studentische Experimental-Raketen) ein Förderprogramm, in dem Studenten eine eigene Rakete entwickeln, bauen und starten sollen. Das Programm richtet sich an alle Hochschulen mit der Fachrichtung Luft- und Raumfahrttechnik.

DLR-Raketenprogramm STERN

Start einer Heißwasserrakete vom Typ B4-1V01. © DLR  

 

An Bord des Flugkörpers soll sich eine Telemetrie-Nutzlast befinden, welche die wichtigsten Bahndaten zur Erde funkt und den Studenten Auskunft über die erreichte Flughöhe und Geschwindigkeit der Rakete gibt. Als Antrieb dürfen sowohl Feststoff- als auch Hybrid- oder Heißwassermotoren zur Anwendung kommen. Die Laufzeit der Förderung beträgt je nach Hochschule und Projektumfang bis zu drei Jahre. Die Arbeiten der Studenten sollen dabei Teil von Lehrveranstaltungen sein, die sich mit verschiedenen Aspekten der Raketentechnik beschäftigen.

Zu den Aufgaben der Studenten gehören Windkanaltests, in denen sie das Strömungsprofil um den Raketenkörper ermitteln und mit den Computermodellen aus der Strömungsmechanik (Computational Fluid Dynamics) vergleichen. Weitere Betätigungsfelder ergeben sich bei der Auslegung von Druckbehältern (Tanks, Motorgehäuse), der Düsengeometrie oder bei der Festigkeitsberechnung (Finite Elemente Methode) von einzelnen Elementen der Rakete. Die Studenten können ihre selbstentwickelten Antriebe auf dem DLR-Testgelände in Lampoldshausen bei Heilbronn testen. Hier finden auch die Triebwerksversuche für die europäische Ariane-5-Rakete statt. Am Ende des jeweiligen Hochschul-Projektes soll eine flugfähige Rakete stehen. Gestartet werden die Raketen unter anderem vom Raumfahrtzentrum Esrange bei Kiruna in Schweden.

Die programmatische Leitung erfolgt durch die DLR Raumfahrt-Agentur in Bonn und wird in der Durchführung von der Mobilen Raketenbasis des DLR (MORABA) begleitet. Die Flugkampagnen in Kiruna werden von EuroLaunch, einer Kooperation von MORABA und dem Esrange Space Center des schwedischen Raumfahrtunternehmens SSC (Swedish Space Corporation), durchgeführt. Ein Förderantrag kann von den betreffenden Hochschulen ab sofort eingereicht werden. Der Projektbeginn ist ab Januar 2011 möglich.




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