11.02.2014
FLUG REVUE

ATV made in GermanyDrei deutsche Astrium-Standorte waren an der ATV-Produktion beteiligt

Bremen, Lampoldshausen und Friedrichshafen – alle drei deutschen Astrium-Standorte waren an der ATV-Produktion beteiligt. Darüber hinaus haben Astrium-Tochterunternehmen zur Fertigung der Antriebs- und Bordelektronikmodule sowie zur Systemintegration beigetragen.

ATV-4

ATV-4 präsentiert seine ausgebreiteten Sonnensegel beim Anflug auf die ISS. © NASA  

 

Astrium baute einen fehlertoleranten Computer (Fault Tolerant Computer - FTC) in das ATV ein, der selbst dann nicht abstürzt, wenn zwei voneinander unabhängige Fehler auftreten. Der FTC trieb ein weiteres Produkt des Unternehmens an: die Elektronik für das Antriebssystem, die Befehle an die Schubdüsen des ATV sendet. Astrium lieferte ebenfalls die 28 220N-Triebwerke, die bei der Zündung Temperaturen bis zu 1.100 Grad Celsius erreichen können.

Im Inneren des ATV produzierte Astrium Komponenten für das Environmental Control Life Support System, das sicherstellt, dass die Astronauten unbedenklich atmen können, wenn sie sich in das druckgeregelte Modul des ATV begeben. Schließlich wurden auch die Komponenten geliefert, die rund um den Treibstoff für das ATV erforderlich waren. Es dauerte mehr als drei Wochen, die Tanks mit mehr als sieben Tonnen Treibstoff zu füllen, wofür man darüber hinaus spezielle Sicherheitsgeräte brauchte. Ein Expertenteam installierte die Geräte für das Treibstoffhandling am Boden, bevor weitere Techniker an Europas Weltraumbahnhof ankamen, um das ATV aufzutanken. MTV Aerospace hat sich auf Leichtbaustrukturen spezialisiert und lieferte Tanks, welche das ATV nicht unnötig beschwerten.

Jena Optronik lieferte die Andocksensoren für die Mission. Als Zulieferer des französischen Unternehmens Sodern haben die Thüringer das Videometer produziert, das die Entfernung zur ISS und die exakte Position zwischen dem ATV und der ISS bestimmte. TESAT spacecom überprüfte die Qualität aller Teile für das ATV. Diese Arbeit übernahm das Unternehmen bereits seit 1999, aber das ist kein Wunder, wenn man bedenkt, dass mehr als eine Million elektronische Teile für das ATV gebraucht wurden. AZUR Space lieferte die Solarzellen, aus denen die Sonnensegel des ATV gefertigt wurden. Sie wurden in die Niederlande verschickt, wo Dutchspace sie zu 20 Meter großen Solarzellgruppen zusammenfügte. Die OHB Gmbh schließlich hat den Schutzschild des ATV entwickelt und getestet, den MDPS (Meteoroid and Debris Protection System) steht. OHB übernahm außerdem die schwierige Aufgabe, die Kabel im ATV zu ordnen.

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flugrevue.de/Matthias Gründer


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