15.11.2010
FLUG REVUE

Ein Treibhaus im Weltall

Es ist ziemlich klein, dieses faltbare Treibhaus, aber es hat's in sich. ESA-Astronaut Paolo Nespoli wird es mit sich nehmen, wenn er im Februar 2011 zur Internationalen Raumstation fliegt, und er lädt jetzt schon junge Wissenschaftler ein, dort oben gemeinsam mit ihm ein Experiment durchzuführen.

Das Züchten von Nutzpflanzen im All wird für künftige Astronautengenerationen lebenswichtig sein, denn nicht allen Langstreckenmissionen kann man Transporter mit Lebensmitteln hinterherschicken. Schon bei bemannten Missionen zum Mars werden Nahrungsmittel an Bord produziert werden müssen, und schließlich ist das Betreiben von Treibhäusern auf fremden Himmelskörpern eine wesentliche Bedingung für deren Besiedelung. Nicht zuletzt produziert das frische Grün Sauerstoff, und - es erinnert die Raumfahrer selbst in den Tiefen des Alls noch an ihre Heimat.

Das Projekt "Greenhouse in space" wurde vom ESA-Direktorat für bemannten Raumflug erarbeitet und ist nicht nur ein wissenschaftliches Experiment, sondern auch eine Bildungsmöglichkeit für zwölf- bis 14-jährige Schüler. Während als Nespoli an Bord der Raumstation das Wachstum bestimmter Pflanzen unter den Bedingungen der Schwerelosigkeit beobachten wird, können Kinder an vier verschiedenen ESA-Standorten die Arbeit an Bord der ISS unmittelbar verfolgen und die Ergebnisse im Weltraum mit ihrem eigenen Experiment vergleichen. So lernen die angehenden Jungforscher nicht nur den Lebenszyklus von Pflanzen kennen, sondern auch deren Nutzung im Weltraum.
Die MagISStra-Webseite wird dazu kontinuierlich mit Bildern der Wachstumszyklen und Videoaufzeichnungen von wichtigen Schritten des Keimens der Pflanzen durch die Besatzung der ISS „gefüttert“. Die Prozesse im Erdorbit sollen so über zehn Wochen verfolgt werden.

Begonnen werden die gemeinsamen Aktivitäten im Februar 2011 mit einem Live-Event, bei dem vier verschiedene Orte Europas mit ihren Teilnehmern – 750 Kinder im Alter von zwölf bis 14 Jahren – untereinander und mit der ISS verbunden werden. Die Orte werden das Europäische Astronautenzentrum in Köln (Deutschland), das ESRIN in Frascati (Italien), die Cité de l’Espace in Toulouse (Frankreich) und das Wissenschafts- und Technologie-Museum in Lissabon (Portugal) sein. Paolo Nespoli wird dann sein Experiment im Weltraum starten, indem er den Samen der Ackerschmalwand „gießt“. Auch im Weltraum kann ohne das „Lebenselixier Wasser“ kein Pflanzenwachstum beginnen. Analog zur Raumstation werden die Jungforscher in allen europäischen Schulen zum gleichen Zeitpunkt ihre eigenen Experimente beginnen.

Die Schulen, die an diesem Experiment teilnehmen möchten, können über die Webseite http://esa-hme-edcation.org ein Minigewächshaus für das Experiment auf der Erde bestellen. Die Anzahl der zur Verfügung stehenden Exemplare ist allerdings beschränkt. Die Arbeitsanweisungen können unter www.esa.int/esaHS/education.html  von Januar 2011 an in 13 Sprachen heruntergeladen werden.




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