12.03.2010
FLUG REVUE

Eis und Felsen im Inneren des Titan

Nachdem die NASA-Raumsonde Cassini mehrfach den Saturnmond Titan in nächster Nähe passiert hat, gelang es nun Wissenschaftlern auf der Erde aufgrund von Gravitationsmessungen, die innere Beschaffenheit dieses Himmelskörpers zu bestimmen.

Cassini

Das Innere des Titan besteht aus einer Mischung aus Fels und Eis. © NASA/JPL  

 

Bisher war man immer der Meinung, dass Titan über einen festen, felsigen Kern und eine dicke äußere Eishülle mit klar abgegrenzten Schichten verfügt. Nun aber musste man diese Ansicht revidieren. Das Innere des Mondes ist praktisch eine Mischung aus Eis und Felsbrocken, und nur die oberste Hülle des Planeten ist eine rund 500 Kilometer dicke Eisschicht. Dieser Mond kann also nur in der letzten Million Jahren entstanden sein und ist damit viel jünger als unser gesamtes Sonnensystem. Er ähnelt in seiner Struktur dem Nachbarmond Callisto, aber nicht dem fast gleich großen Ganymed, der einen felsigen Kern hat.

 

Weil das Titaninnere zu kalt ist, konnte das Eis nie um größere Gesteinskonzentrationen herum fließen und diese praktisch zu einem Kern zusammendrücken. Aus diesem Zustand resultieren auch die Gravitationsunterschiede, die nunmehr sichtbar gemacht werden konnten. Sie beeinflussten die Flugbahn von Cassini mit einer mehr oder weniger großen Anziehung zur Mondoberfläche, und diese geringen Schwankungen von rund fünf Tausendstel Millimeter pro Sekunde konnten von den Antennen des Deep Space Network auf der Erde gemessen werden. Die Theorie, dass es unter der dicken Eisschicht auch noch flüssiges Wasser geben könnte, ist allerdings durch die bisherigen Untersuchungen weder bestätigt noch widerlegt worden und harrt noch der Klärung.




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