30.09.2011
FLUG REVUE

ELA-2 in Kourou gesprengt

Mit der Sprengung des mobilen Serviceturms der Startanlage ELA-2 auf dem europäischen Raumfahrtstartgelände Kourou, Französisch-Guayana, endete ein wichtiges Kapitel in der Geschichte des kommerziellen Raumtransports.

Im Verlaufe von 17 Jahren waren vom Startplatz ELA-2 (Ensemble de Lancement Ariane) 119 Raketen der Versionen Ariane 2, 3 und 4 gestartet worden, doch jetzt sanken die in der salzigen Meeresluft rostenden Aufbauten nach gezielten Sprengungen zu Boden. Der mobile Serviceturm, die Gantry, diente einst dazu, die Trägeraketen während der Startvorbereitung zu umhüllen und vor dem tropischen Klima zu schützen. Innerhalb des Turms wurden auch die Nutzlasten auf die Raketen gesetzt, und erst kurz vor dem Start rollte die Gantry auf eine Parkposition. Jetzt wird das Metall geborgen und nach Europa zum Einschmelzen verschifft.

ELA-2 war außer Dienst gestellt worden, als im Februar 2003 die Ariane 5 sämtliche Startaufträge von Arianespace übernahm. Seitdem gab es immer wieder Anträge einstiger Mitarbeiter der frühen Ariane-Programme, den Startplatz als technisches Denkmal zu erhalten, doch die ESA als Eigentümerin lehnte ab: Der Unterhalt und der ständige Kampf gegen den Rost sind viel zu teuer, zumal Kourou nicht gerde als Touristenziel bekannt ist.

Auftragenehmer für die Abrissarbeiten, deren Vorbereitung bereits im Juli begonnen hatte, ist die französische Raumfahrtagentur CNES, welche das Startgelände betreibt, während Arianespace beaufragt wurde, die unterirdischen Treib- und Brennstoffleitungen umweltfreundlich zu entsorgen. Bis Jahresende wird ELA-2 aus der "Skyline" der Spaceports verschwunden sein.

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flugrevue.de/Matthias Gründer



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