24.04.2013
FLUG REVUE

Elektronische Nase schnüffelt in der ISS

Gegenwärtig ist eine besondere Spürnase in der Internationalen Raumstation im Einsatz: Das von Astrium entwickelte elektronische Messgerät E-Nose misst die Belastung durch Bakterien und Pilze im russischen Segment der Raumstation. E-Nose ist ein Projekt des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt mit Astrium als Hauptauftragnehmer.

Die E-Nose war am 19. Dezember 2012 an Bord einer Sojus-Trägerrakete ins All gestartet worden. Mit ihr werden mikrobiologische Belastungen, die von Bakterien- und Pilzkulturen ausgehen, in qualitativer und quantitativer Weise detektiert. Dies ist wichtig, da eine zu hohe Belastung mit Pilzen und Bakterien sowohl für die Technik als auch für die Besatzungsmitglieder eine nicht unerhebliche Gefahr darstellen kann. Mit dem Analysegerät können die Kosmonauten an allen erdenklichen Stellen im Service Module der ISS Messungen vornehmen. Zusätzlich wird ein sogenanntes Targetbook mitgeführt, auf dem verschiedene Materialproben (Aluminium, Platinenmaterial, Kabelmarkierungsmaterial und Nomex (das ist ein spezielles feuerfestes Textilmaterial, aus dem z.B. die Anzüge von Feuerwehrmännern gefertigt sind) aufgebracht sind. Auf diesen Materialien können sich biologische Kulturen ansiedeln, die dann in einem Rhythmus von ca. zwei Monaten von den Kosmonauten vermessen werden.

Das erste biologische Experiment wurde bereits im Februar dieses Jahres erfolgreich durchgeführt, eine zweite Messreihe startet noch im April, eine dritte folgt Mitte Mai. Im Rahmen des ersten Tests führte der russische  Kosmonaut  Roman J. Romanenko an verschiedenen Stellen im Modul Messungen durch, um herauszufinden, ob eine mikrobiologische Belastung vorliegt. Zusätzlich zu den E-Nose-Messungen werden an Bord der Raumstation Proben mit einem Verfahren entnommen, wie es in der klassischen Biologie üblich ist. Nach Abschluss der dritten "Schnüffelrunde" sollen die Speicherkarte und Teile des Messaufbaus für weitere Auswertungen zur Erde zurückgebracht werden.

Mehr Infos zu:
Mehr zum Thema:
flugrevue.de/Matthias Gründer


Weitere interessante Inhalte
Neue Software der NASA Kürzeres Zeitfenster zwischen Landungen

17.01.2017 - Die amerikanische Aeronautik- und Raumfahrtbehörde NASA erprobt bei Testflügen ein System, das den Luftverkehrsfluss an vielbeflogenen Airports verbessern soll. … weiter

US-Astronaut und Senator Trauer um John Glenn

09.12.2016 - Im Alter von 95 Jahren ist John Glenn am Donnerstagabend gestorben. Er war der erste Amerikaner, der 1962 in einem Raumschiff die Erde umkreiste. … weiter

Space Poop Challenge NASA sucht Lösungen für Toilettengang im All

30.11.2016 - Wie könnte es Astronauten auf Langzeitreisen leichter gemacht werden, ihre Notdurft zu verrichten? Die US-Raumfahrtbehörde hat dafür einen Ideenwettbewerb im Internet ausgelobt. … weiter

OSIRIS-REx Asteroiden-Jäger

15.11.2016 - Die NASA-Sonde OSIRIS-REx ist nicht das erste Raumfahrzeug, das auf Tuchfühlung mit einem Asteroiden geht. Aber sie soll mehr Gestein und Staub zurück zur Erde bringen als bisherige Missionen. … weiter

Morphing Wing im Windkanal NASA will den gesamten Flügel verbiegen

04.11.2016 - Seit längerer Zeit versuchen Ingenieure, nahtlos-biegsame Flügel zu konstruieren, die ihre Form ohne Klappen stufenlos verändern können. Jetzt schlagen NASA und MIT einen neuen Ansatz vor: Das … weiter


  • Hersteller

    Lade...

  • Typ

    Bitte Hersteller auswählen!

FLUG REVUE 02/2017

FLUG REVUE
02/2017
09.01.2017

Abonnements
Digitalabo
E-Paper
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


- Ryanair greift Lufthansa an
- Bombardier liefert CS300
- Gulfstream G500
- Sea Lion fliegt
- Interview Astronaut Gerst
- Nachtschicht bei LH Technik

aerokurier iPad-App