15.09.2010
FLUG REVUE

ERS-2 und Envisat zeichnen "Hot Spots" in Russland auf

Dass die Waldbrände dieses Sommers in Russland die schlimmsten seit Beginn der Aufzeichnungen waren, haben nicht nur die Bewohner der betroffenen Gebiete zu spüren bekommen. Selbst im Weltall wurden ihre Spuren verfolgt.

ERS-2 und Envisat zeichnen "Hot Spots" in Russland auf

Die weltweiten Hot Spots dieses Sommers auf dem Feueratlas der ESA. © ESA  

 

In diesem Jahr haben mehr als 3000 Waldbrände in Zentralrussland gewütet, weit mehr als sonst irgendwann. Zum Vergleich: Im Sommer 2008 waren es knapp 500, und 2002 wurden etwa 800 gezählt. Davor und danach war es relativ ruhig, obwohl aufgrund des heißen Kontinentalklimas in jedem Jahr Waldbrände entstehen. In diesem Jahr sorgten die Feuer in Wald- und Torfgebieten sogar dafür, dass die mittlere Tagestemperatur weiträumig bei rund 40 Grad Celsius lag.

Entsprechende Daten schickten unter anderem die beiden ESA-Erdbeobachtungssatelliten ERS-2 und Envisat an die Bodenkontrolle. Mit Hilfe spezeller Scannerradiometer messen sie beispielsweisde die infrarote Wärmestrahlung und ermitteln daraus die Temperatur der Erdoberfläche. Die Flammen in Russland erzeugten so hohe Temperaturen, dass sie von den empfindlichen Instrumenten aufgezeichnet werden konnten. So wurde entdeckt, dass allein die Zahl der Feuer im Moskauer Gebiet in diesem Jahr um das Sechsfache höher lag als in früheren Jahren.

Die Daten der Sensoren im All dienen aber auch dazu, einen Weltatlas der Feuer zu erstellen, den die ESA allen interessierten Nutzern zur Verfügung stellt. Innerhalb von sechs Stunden wird dort jedes neue Feuer verzeichnet, egal, wo es entstanden ist. Auch Angaben über die Dauer des Feuers und genaue Koordinaten können abgelesn werden. Weil die meisten dieser Brände direkten Einfluss auf globale atmosphärische Bewegungen haben und große Mengen an Kohlendioxid freisetzen, sind die Angaben wichtig für Forschungen in der atmosphärischen Chemie, der Ökologie und Meteorologie, sowie nicht zuletzt für die Vorbeugung künftiger Katastrophen.




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