14.03.2016
FLUG REVUE

ESA-Projekt ElectraErster elektrisch angetriebener Satellit soll 2021 starten

Mit Electra will die europäische Raumfahrtagentur ESA in einer öffentlich-privaten Partnerschaft einen rein elektrischen Kommunikationssatelliten entwickeln, bauen und starten.

Electra: rein elektrisch angetriebener Kommunikationssatellit

Der europäische Kommunikationssatellit Electra soll rein elektrisch angetrieben werden. Foto und Copyright: DLR  

 

Beschlossen wurde Electra bereits auf der ESA-Ministerratskonferenz 2012 in Neapel, am Freitag wurden nun in Betzdorf (Luxemburg) im Beisein des luxemburgischen Vize-Premiers Etienne Schneider die entsprechenden Verträge zwischen der ESA und den privaten Partnern unterzeichnet, wie das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) mitteilte.

Electra ist Teil des ARTES-Programms (Advanced Research in Telecommunications Systems) der ESA. Deutschland ist im Unterprogramm mit 58,5 Prozent der Hauptzeichner. Entwickelt und gebaut wird Electra vom deutschen Raumfahrt-Konzern OHB, die erste Mission beauftragt der Satellitenbetreiber SES. 

"Electra steht für Elektrische Satellitenantriebe, das ist vergleichbar mit der Elektromobilität beim Auto", sagte Dr. Gerd Gruppe, DLR-Vorstandsmitglied für das Raumfahrtmanagement anlässlich der Vertragsunterzeichnung in Luxemburg. Electra sei für das DLR ein wesentliches Element, eines der Ziele der deutschen Raumfahrtstrategie zu erreichen: die so genannte Systemfähigkeit in der Satellitenkommunikation.

Längere Transferzeiten durch elektrischen Antrieb

Bei dem Satelliten erfolgt sowohl die Lageregelung als auch die Anhebung in den finalen geostationären Orbit in 36.000 Kilometern Höhe mit elektrischen anstelle von chemischen Antrieben. Electra nutzt dazu Solarenergie. Dadurch lässt sich der Treibstoff nach Angaben des DLR effizienter einsetzen. "Electra wird so bei etwa gleichem Gewicht eine fast doppelt so große Nutzlastmasse in den Orbit bringen können", sagte David Futterer, Electra-Programmkoordinator beim DLR Raumfahrtmanagement in Bonn. Allerdings ist die Transferzeit bei Electra deutlich länger: sechs Monate gegenüber einer Woche bei einem chemischen Satellitenantrieb.

Es gebe aber die Möglichkeit, den Satelliten hinsichtlich Transferzeit oder Gesamtkosten anzupassen: So könne man entweder eine stärkere Startrakete verwenden, um die Transferzeiten zu reduzieren oder mit einer kleinen und kostengünstigen Rakete längere Transferzeiten in Kauf nehmen. "Damit eröffnet Electra den Satellitenbetreibern eine neue Flexibilität. Zusammen mit den geplanten niedrigeren Satellitenkosten hat Electra gute Voraussetzungen, ein kommerzieller Erfolg zu werden", so David Futterer. Der Start des ersten Electra-Satelliten ist für Ende 2021 geplant.

Mehr Infos zu:
Mehr zum Thema:
www.flugrevue.de/UE


Weitere interessante Inhalte
Europäisches Satellitennavigationssystem Galileo-Uhren funktionieren nicht korrekt

20.01.2017 - Es gibt Probleme beim europäischen Satellitennavigationssystem Galileo. Bei fünf Satelliten wurden Anomalien bei den Atomuhren an Bord entdeckt. … weiter

Ariane 6 Europas Billig-Rakete

19.12.2016 - Günstiger soll sie werden und dabei so zuverlässig sein wie ihre Vorgängerin: Bei der Ariane 6 versucht Airbus Safran Launchers den Spagat zwischen Kosten und Qualität, um im Trägerraketen-Markt … weiter

ESA-Ministerratskonferenz 10 Milliarden Euro für die europäische Raumfahrt

05.12.2016 - Bei der ESA-Ministerratskonferenz im schweizerischen Luzern haben die 22 ESA-Mitgliedsstaaten sowie Slowenien und Kanada 10,3 Milliarden Euro für Weltraumtätigkeiten und -programme bewilligt. … weiter

Deutscher ESA-Astronaut Alexander Gerst träumt von Flug zum Mond

25.11.2016 - Seit einem halben Jahr trainiert der ESA-Astronaut für seinen zweiten Flug zur ISS 2018. Und er denkt schon weiter. … weiter

75. Starterfolg in Serie Ariane 5 ES bringt vier Galileo-Satelliten ins All

17.11.2016 - Erstmals beförderte eine Ariane 5 vier Galileo-Satelliten gleichzeitig in den Orbit. Damit besteht die Konstellation des europäischen Satellitennavigationssystems nun aus 18 Satelliten. … weiter


  • Hersteller

    Lade...

  • Typ

    Bitte Hersteller auswählen!

FLUG REVUE 02/2017

FLUG REVUE
02/2017
09.01.2017

Abonnements
Digitalabo
E-Paper
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


- Ryanair greift Lufthansa an
- Bombardier liefert CS300
- Gulfstream G500
- Sea Lion fliegt
- Interview Astronaut Gerst
- Nachtschicht bei LH Technik

aerokurier iPad-App