25.07.2013
FLUG REVUE

Erster Triebwerkstest mit gedruckten 3D-Bauteilen

Sie sind um 60 Prozent billiger als ihre herkömmlich gefertigten Vorgänger, halten hohen Temperaturen und Drücken stand und brauchen nur drei Wochen vom Produktionsbeginn bis zum Test: in einem Stück gedruckte, dreidimensionale Triebwerksteile.

Der Druckprozess wurde in jüngster Vergangenheit bereits vervollkommnet und ergab die angestrebte Zeit- und Kostenersparnis, doch bedurfte es noch der Tests unter normalen Betriebsbedingungen. Ingenieure des Marshall Space Flight Centers in Huntsville, Alabama, produzierten zwei Injektoren nach der neuen Technologie und verglichen sie zuerst bei Akustiktests mit herkömmlichen Bauteilen für das neue Space Launch System (SLS) der NASA. Dem folgten nun elf Brennversuche mit einer Gesamtdauer von 46 Sekunden, bei denen LOX (flüssiger Sauerstoff) und LOH (flüssiger Wasserstoff verbrannt wurden.

„Wir konnten bei den Prüfungen keinerlei Unterschiede zwischen den Bauteilen erkennen“, sagte anschließend Sandra Elam Greene, welche die Tests beaufsichtigte und anschließende Inspektionen vornahm. „Unsere 3D-Bauteile arbeiteten hervorragend.“ Eine der von der Directed Manufacturing Inc. In Austin, Texas, produzierten Einspritzdüsen wurde inzwischen zum Stennis Space Center in Mississippi gebracht, wo Lebensdauertests stattfinden sollen.

Für traditionell gefertigte Injektoren benötigte man bislang eine sechsmonatige Bauzeit. Sie bestanden aus vier Einzelteilen, die mit fünf Schweißnähten miteinander verbunden wurden, und kosteten mehr als 10.000 US-Dollar pro Stück. Die neuen, einteiligen Baugruppen wurden in nur drei Wochen auf einem der modernsten 3D-Drucker aus Stahlpulver gefertigt und kosten weniger als 5.000 Dollar, einschließlich der geringen Kosten für notwendige Nacharbeiten und Computerscans für die Qualitätskontrolle.

Inzwischen arbeiten NASA-Spezialisten an weiteren Anwendungsmöglichkeiten für die Drucktechnologie. So will man beispielsweise künftig Werkzeuge an Bord der ISS mit dieser Technologie herstellen, und sogar Lebensmittel für Astronauten sollen „gedruckt“ werden können.

Mehr Infos zu:
Mehr zum Thema:
flugrevue.de/Matthias Gründer


Weitere interessante Inhalte
Quiet Supersonic Transport NASA zeigt ersten Entwurf eines leisen Überschalljets

28.06.2017 - Überschallfliegen ohne lauten Knall: Dass das geht, will die NASA mit einem neuen X-Flugzeug zeigen. Nun hat die amerikanische Aeronautik- und Raumfahrtbehörde das vorläufige Design ihres neuen … weiter

Zweite Flugtestserie NASA untersucht adaptive Flügelhinterkanten

31.05.2017 - Mit einer modifizierten Gulfstream GIII hat die amerikanische Aeronautik- und Raumfahrtbehörde NASA Flugtests in Kalifornien durchgeführt. … weiter

Experimental-Raumgleiter der US Air Force X-37B landet nach 718 Tagen im All in Florida

08.05.2017 - Der geheimnisvolle Raumgleiter X-37B der US Air Force ist nach fast zwei Jahren im Weltraum am Kennedy Space Center in Florida gelandet. … weiter

Bemannte Raumfahrt Boeings Tor zum Weltall

19.04.2017 - Eine Raumstation in Mondnähe und ein Mars-Raumschiff: Der amerikanische Flugzeug- und Raumfahrtkonzern hat neue Konzepte für die interplanetare Raumfahrt vorgestellt. … weiter

Neues System von Rockwell Collins Überschallknall im Cockpit visualisiert

23.03.2017 - Der US-Avionikhersteller Rockwell Collins hat ein System entwickelt, das Piloten von künftigen Überschallflugzeugen die Lärmauswirkungen am Boden auf einem Display darstellt. … weiter


  • Hersteller

    Lade...

  • Typ

    Bitte Hersteller auswählen!

FLUG REVUE 08/2017

FLUG REVUE
08/2017
10.07.2017

Abonnements
Digitalabo
E-Paper
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


Stratolaunch: Das größte Flugzeug der Welt
Atlanta: Der größte Flughafen der Welt
Paris Air Show: Die größte Luftfahrtschau der Welt
Transall: Abschied von Penzing


aerokurier iPad-App