10.05.2012
FLUG REVUE

ESA erklärt Envisat-Mission für beendet

Nur wenige Wochen nach dem zehnten Jahrestag von Envisat in der Umlaufbahn brach der Kontakt zu dem Satelliten am 8. April plötzlich ab. Nach intensiven Bemühungen um eine Wiederherstellung der Verbindung und der Untersuchung möglicher Ausfallszenarien wird die Mission nun für beendet erklärt.

ESA erklärt Envisat-Mission für beendet

Trotz fieberhafter Arbeit der Bodenkontrolle gelang es nicht, die Kontrolle über den Satelliten zurückzuerlangen. © ESA  

 

Ein Team von Ingenieuren hat während des vergangenen Monats versucht, die Kontrolle über Envisat zurückzuerlangen, und dabei mögliche Ursachen für das Problem unter die Lupe genommen. Trotz kontinuierlicher Befehle eines weitverzweigten Netzes von Bodenstationen gab es bisher keine Reaktion des Satelliten. Da vor dem Abbruch der Verbindung nichts auf etwaige Schäden hinwies, haben die Experten Informationen aus anderen Quellen gesammelt, um zu versuchen, Klarheit über den Zustand des Satelliten zu gewinnen. Zu diesen Daten gehören Bildaufnahmen von Radarstationen am Boden und des französischen Pleiades-Satelliten

Obgleich die Chancen, Envisat zu retten, äußerst gering sind, wird das Untersuchungsteam noch zwei Monate lang versuchen, den Kontakt wiederherzustellen, und dabei weitere mögliche Ausfallszenarien prüfen. Die herausragenden Leistungen des Satelliten während des vergangenen Jahrzehnts haben viele zu der Annahme veranlasst, dass er noch Jahre, zumindest jedoch bis zum Start der Sentinel-Anschlussmissionen Daten liefern würde. Die Lebenszeit von Envisat war indesden bereits zweimal so lang wie ursprünglich geplant, womit seine Außerbetriebnahme überfällig war. Mit seinen zehn ausgefeilten Sensoren hat Envisat während seines zehnjährigen Betriebs die Landoberflächen der Erde, ihre Atmosphäre, ihre Ozeane und ihre Eisdecken beobachtet und überwacht und über tausend Terabyte an Daten übermittelt. Bisher wurden anhand dieser Daten schätzungsweise 2 500 wissenschaftliche Veröffentlichungen erstellt, was zur Erweiterung unses Wissens über unseren Planeten beigetragen hat.

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flugrevue.de/Matthias Gründer


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