20.11.2013
FLUG REVUE

Mission Control der ESAStartklar für die Swarm-Mission

Nach monatelangem Intensivtraining ist das Kontrollteam der Swarm-Mission im Europäischen Raumflugkontrollzentrum der ESA (ESOC) bereit für den für Freitag geplanten Start ins Weltall. Das Team wird das Trio aus Erdbeobachtungssatelliten behutsam durch die kritische Start- und frühe Orbitphase leiten, allzeit bereit, auf mögliche unvorhergesehene Ereignisse zu reagieren.

swarm-training

Blick in den ESOC-Hauptkontrollraum. © Astrium  

 

Am 22. November um 13.02 Uhr mitteleuropäischer Zeit werden die drei Satelliten an Bord eines Rockot-Trägers über dem russischen Plessezk 800 Kilometer nördlich von Moskau in den Himmel steigen. Ungefähr 91 Minuten später wird das Swarm-Trio in einer Höhe von 490 Kilometern in den Orbit geschossen. Auf diesen Augenblick hat das ESOC in Darmstadt seit Jahren mit akribischen Vorbereitungen und monatelangen Intensivtrainings hingearbeitet.

Das Swarm-Kontrollteam wird an seinem Arbeitsplatz, den Konsolen im Hauptoperationsraum des ESOC, gespannt darauf warten, dass die Satelliten die automatisierte Abfolge durchlaufen, zum Leben erweckt werden und ihre ersten Signale über Bodenstationen in Schweden und Norwegen an die Ingenieure zurückzusenden. Während der LEOP-Phase (Launch and Early Orbit) werden die Teams rund um die Uhr daran arbeiten, sämtliche Teilsysteme der Satelliten und ihre Nutzlasten zu überprüfen. Dazu zählt auch das am späten Abend des ersten Tages durchgeführte Ausklappen des Auslegers mit dem daran angebrachten Sensor.

Das Training des Kontrollteams nahm mehr als ein Jahr in Anspruch, wobei sich die letzten Monate besonders intensiv gestalteten. Während der Trainingseinheiten, die häufig 12 Stunden am Stück dauern, werden sämtliche Missionsphasen simuliert. Während einer solchen Simulation arbeiten die Ingenieure am echten Kontrollsystem, mit dem sie eine originalgetreue Softwarenachbildung des Swarm-Satelliten kontrollieren und fliegen. Diese reagiert in derselben Weise auf die Anweisungen des Teams wie später auch die Originalsatelliten. Die an der Mission teilnehmenden Experten setzen sich zusammen aus ESA-Mitarbeitern verschiedener Zuständigkeitsbereiche – darunter Flugdynamik, ESTRACK-Bodenstationen und Software Support – sowie Mitarbeitern des Swarm-Projekts und anderen Raumfahrt-Teams.

Mehr Infos zu:
Mehr zum Thema:
flugrevue.de/Matthias Gründer


Weitere interessante Inhalte
Training, ISS, Zukunft als Raumfahrer "Zum Mars, das wär's!" — ESA-Astronaut Alexander Gerst im Interview

16.02.2017 - Im Mai 2016 wurde der ESA-Astronaut Alexander Gerst für seine zweite Langzeitmission im All nominiert. 2018 wird der 40-Jährige als erster Deutscher auf der ISS das Kommando führen. Im Interview … weiter

Matthias Maurer ESA setzt auf weiteren deutschen Astronauten

02.02.2017 - Das Astronautenkorps der europäischen Raumfahrtagentur ESA erhält Verstärkung: Der Saarländer Matthias Maurer wurde am Donnerstag im Europäischen Raumflugkontrollzentrum (ESOC) in Darmstadt … weiter

SmallGEO Wieder ein Telekommunikationssatellit aus Deutschland

30.01.2017 - Der Hispasat-Satellit H36W-1 ist am Samstag erfolgreich von Kourou aus gestartet. Es ist der erste Satellit, der auf der in Deutschland entwickelten und gebauten SmallGEO-Plattform basiert. … weiter

Europäisches Satellitennavigationssystem Galileo-Uhren funktionieren nicht korrekt

20.01.2017 - Es gibt Probleme beim europäischen Satellitennavigationssystem Galileo. Bei fünf Satelliten wurden Anomalien bei den Atomuhren an Bord entdeckt. … weiter

Ariane 6 Europas Billig-Rakete

19.12.2016 - Günstiger soll sie werden und dabei so zuverlässig sein wie ihre Vorgängerin: Bei der Ariane 6 versucht Airbus Safran Launchers den Spagat zwischen Kosten und Qualität, um im Trägerraketen-Markt … weiter


  • Hersteller

    Lade...

  • Typ

    Bitte Hersteller auswählen!

FLUG REVUE 04/2017

FLUG REVUE
04/2017
06.03.2017

Abonnements
Digitalabo
E-Paper
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


"Neue" MiG-35 vorgestellt
Probleme beim BER
Iran Air erhält Airbus
Wirbelschleppen - die gefährliche Schönheit
SpaceShipTwo wieder im Flugtest
Bombardie-Flaggschiff Global 7000

aerokurier iPad-App