13.12.2013
FLUG REVUE

Technische KooperationESA-Teams sind startklar für die Mondlandung

Wenn die chinesische Mondsonde Chang'e-3 am 14. Dezember zur weichen Landung auf dem Erdtrabanten ansetzt, stehen die Bodenstationen der ESA bereit, um wichtige Funksignale aufzuzeichnen. Diese Signale von der Oberfläche werden es der Kontrollstation in Peking später ermöglichen, den Standort des Landers mit akkurater Genauigkeit zu bestimmen.

jadekaninchen

Der Rover trägt den poetischen Namen „Jadekaninchen“, nach dem Lieblingshaustier der chinesischen Mondgöttin Chang’e. © ESA  

 

Das ESTRACK-Netzwerk der ESA, bestehend aus zehn Bodenstationen in sieben Ländern, unterstützt Chinas dritte Chang'e-Mission bereits seit ihrem spektakulären Start Anfang des Monats und begleitet sie auf ihrem gesamten Flug zum Mond. Darüber hinaus wird die ESA die Landung von ihrer Bodenstation im australischen New Norcia aus unterstützen, deren 35-Meter-Antenne die Doppler-Verschiebung der Sondensignale messen wird. Die Überwachung und Koordination dieser Unterstützung übernimmt das Europäische Satellitenkontrollzentrum der ESA (ESOC) in Darmstadt. Der Lander und der Rover werden voraussichtlich am 14. Dezember an der Regenbogenbucht des Mondes ankommen – eine Landschaft, die einst von einem Meteoriteneinschlag geformt wurde.

Am 6. Dezember hatte Chang'e-3 die Mondumlaufbahn unter der genauen Beobachtung des ESOC und der 15-Meter-Antenne der ESA-Bodenstation in Kourou, Französisch-Guayana, erreicht. Die Station Kourou hat die ersten Signale der Chang’e-3 genau 64 Minuten nach ihrem Start am 1. Dezember vom Weltraumbahnhof Xichang in der Provinz Sichuan in Südwestchina empfangen. Zwei Tage später wurde die Station fester Bestandteil des Bodenstationsnetzwerks der Mission und übermittelte Daten und Telekommandos zwischen der Sonde und dem Aerospace Command and Control Centre in Peking.

Die Bodenstation in New Norcia wird den Landeanflug am 14. Dezember mitverfolgen. Er beginnt um 12:41 Uhr (MEZ) und wird erwartungsgemäß bis 19:30 Uhr (MEZ) andauern. Nach der Landung wird am selben Tag auch die 35-Meter-Antenne der ESA-Bodenstation im spanischen Cebreros beteiligt sein, um die Interferometrie sowie die Standortbestimmung des Landers beizusteuern. Dies geschieht mittels der hochentwickelten und ultrapräzisen delta-DOR-Technologie. Diese verwendet zwei weit voneinander entfernte Funkstationen zur präzisen Standortbestimmung. Die Anwendung dieser Technologie ist bislang nur wenigen Weltraumagenturen gelungen.

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flugrevue.de/Matthias Gründer


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