04.04.2014
FLUG REVUE

Radarbeobachtung aus dem AllEuropa startet ersten Copernicus-Satelliten Sentinel-1A

Der tagtägliche Zugriff auf wichtige Umweltdaten für europäische Bürger, Politiker und Diensteanbieter stellt einen wichtigen Fortschritt dar, der durch den heutigen Start des ESA-Satelliten Sentinel-1A ermöglicht wird.

Start Sentinel 1

Am 4. April hob die Sojus-Rakete in Kourou ab und brachte Sentinel-1A ins All. © Arianespace  

 

Der 2,3 Tonnen schwere Satellit verließ Europas Raumflughafen in Kourou (Französisch-Guayana) um 23:02 Uhr MESZ an Bord eines Sojus-Trägers. Die Abtrennung der ersten Stufe erfolgte 118 Sekunden später, gefolgt von der Nutzlastverkleidung (209 Sekunden), der zweiten Stufe (287 Sekunden) und der Oberstufenkombination (526 Sekunden). 617 Sekunden nach der Triebwerkszündung beförderte die Fregat-Oberstufe Sentinel in eine sonnensynchrone Umlaufbahn in 693 Kilometern Höhe. Satellit und Oberstufe trennten sich 23 Minuten und 24 Sekunden nach dem Start.

Bei dieser Mission handelt es sich um die erste der sechs den Kern des europäischen Umweltüberwachungsnetzes Copernicus bildenden Missionsgruppen. Copernicus wird Angaben zu Landflächen, Ozeanen und der Atmosphäre bereitstellen, um die Gestaltung der Umwelt- und Sicherheitspolitik sowie den Bedarf einzelner Bürger und Diensteanbieter zu unterstützen. Die C-Band-Radarmission wurde als Konstellation aus zwei Satelliten – Sentinel-1A und -1B – entworfen und wird in jeder Wetterlage rund um die Uhr in Quasi-Echtzeit Aufnahmen von Land- und Meeresoberflächen in Europa, Kanada und der Polarregionen liefern. Sie ist mit einem leistungsstarken Radar mit synthetischer Apertur ausgestattet und wird die Kontinuität des europäischen ENVISAT-Satelliten sicherstellen, der 2012 nach zehn Jahren aufhörte zu senden. Die eingesetzte Technologie basiert auf langjährigen Erfahrungswerten mit einer Reihe von Radarsatelliten, die vor 23 Jahren mit ERS-1 ihren Anfang nahm.

Sentinel-1 sendet nicht nur Daten für deren rasche Weitergabe zu zahlreichen Bodenstationen rund um den Globus, sondern ist zudem mit einem Laserterminal ausgestattet, um kontinuierlich Daten über Satelliten des Europäischen Datenrelaissatellitensystems in der geostationären Umlaufbahn zu übermitteln. Nach dem Start und Anfangsbetrieb erfolgt die Einsatzerprobung des Satelliten, bei der alle Instrumente geprüft und kalibriert werden. Es wird davon ausgegangen, dass der Missionsbetrieb innerhalb von drei Monaten aufgenommen werden kann.

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flugrevue.de/Matthias Gründer


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