20.10.2016
FLUG REVUE

Europäisch-russische ExoMars-MissionWas ist mit Schiaparelli passiert?

Bei der Mars-Landung des Landemoduls Schiaparelli der ExoMars-Mission hat es Probleme gegeben. Noch ist unklar, ob der Lander heil auf der Oberfläche des Roten Planeten angekommen ist.

ExoMars-Mission: Schiaparelli mit Fallschirm

Der Kontakt zum Landemodul Schiaparelli, hier eine Computeranimation vom Abstieg am Fallschirm, ist abgebrochen. Foto und Copyright: ESA/ATG medialab  

 

Eigentlich sollte das Landemodul Schiaparelli der ExoMars-Mission am Mittwoch mehr der weniger sanft auf dem Roten Planeten landen. Allerdings endeten die Signale, kurz bevor Schiaparelli auf der Oberfläche aufsetzen sollte.

In einer Pressekonferenz am Donnerstag sagte Andrea Accomazzo, Leiter der Planeten-Missionen bei der europäischen Raumfahrtagentur ESA, dass sich Schiaparelli ab dem Moment, als sich der Fallschirm löste, nicht wie erwartet verhalten habe. "Aber, was am Wichtigsten ist: wir haben alle Sensordaten gesammelt, die Schiaparelli produziert hat", so Accomazzo. Diese Daten sollen nun analysiert werden, um die Ursachen für die Abweichung herauszufinden. Schon bei der Mission Mars Express 2003 hatte die ESA kein Glück bei einer Mars-Landung. Auch damals gelang es nicht, mit dem Beagle-2-Lander Kontakt aufzunehmen. Die verschollen geglaubte Landesonde war erst im Januar 2015 von dem amerikanischen Mars Reconnaissance Orbiter entdeckt worden.

Geglückt sei hingegen das Einschwenken des ExoMars-Satelliten „Trace Gas Orbiter“ (TGO) in die Marsatmosphäre, wie ESA-Generaldirektor Jan Wörner auf der Pressekonferenz betonte. Der TGO nimmt nun von einer kreisförmigen Umlaufbahn aus die Zusammensetzung der Marsatmosphäre genauer unter die Lupe. "13 Jahre nach Mars Express ist uns nun das zweite Mal ein erfolgreiches Einschwenken in eine Marsumlaufbahn gelungen", so Accumazzo. 

Mit Schiaparelli wollte die ESA Schlüsseltechnologien für weitere Marsmissionen erproben. Im Rahmen der zweigeteilten ExoMars-Mission soll 2020 ein Rover zum Mars geschickt werden, der dort Bodenuntersuchungen vornimmt. Der erste Teil der Mission, bestehend aus TGO und Landemodul, ist am 14. März in Baikonur an Bord einer Proton-Rakete gestartet.

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Ulrike Ebner


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