18.02.2014
FLUG REVUE

Tagung beim ESOC in DarmstadtExperten beraten über Asteroidenabwehr

In der vergangenen Woche wurde am ESOC eine internationale Expertengruppe gegründet. Ihr Auftrag: Strategien gegen die potentielle Bedrohung durch gefährliche Asteroiden zu entwickeln.

Asteroiden + Erde ESA 2014

Near Earth Objects sollen besser beobachtet werden (Foto: ESA)  

 

Über 600000 solcher Körper sind im Sonnensystem bekannt, mehr als 10000 von ihnen nähern sich immer wieder der Erde, im Fachjargon heißen sie Near Earth Objects(NEOs). Kollisionen zwischen NEOs und der Erde hat es immer wieder gegeben, zuletzt in Russland.

Der Einschlag im Ural kam ohne Vorwarnung – das unterstreicht, wie nötig stärkere Anstrengungen zur Entdeckung und Abwehr der Brocken aus dem All sind. Bei ihrem Treffen am ESOC gründeten nun mehr als 30 Experten die Space Mission Planning and Advisory Group“ (SMPAG).

Es geht darum, die technischen Fähigkeiten der Weltraumbehörden in Sachen NEO-Bedrohung zu koordinieren. Die Aufgabenfelder reichen von der Grundlagenforschung und der Entwicklung neuer Techniken, über Maßnahmen zur Abmilderung der Folgen kleinerer Einschläge bis hin zu Konzepten für Raumsonden, die im Ernstfall größere Asteroiden ablenken können.

Schon jetzt hat die verstärkt wahrgenommene Bedrohung zu vielfältigen Reaktionen geführt: Die NASA hat ihr NEO-Budget aufgestockt – trotz der grassierenden Kürzungen in der US-Raumfahrt. Mit der ehrgeizigen Rosetta-Mission erprobt die ESA momentan wichtige Technologien, die eines Tages für die NEO-Abwehr gebraucht werden könnten.

Auch die EU ist seit zwei Jahren mit von der Partie, in dem Projekt NEOShield erforschen Wissenschaftler aus über einem Dutzend Institutionen gemeinsam Abwehrmöglichkeiten. Die Liste ließe sich mit Projekten in Frankreich, Kanada, Russland, China und Japan fortsetzten.

ESA-Experte Detlef Koschny, Leiter des NEO-Segments im Space Situational Awareness (SSA)Programmbüro: „NASA, ESA und die japanische Raumfahrtbehörde JAXA haben bereits erfolgreich Raumsonden zu solchen Körpern geschickt. Mehrere NASA-Sonden haben Asteroiden und Kometen besucht, die ESA steuert in diesem Jahr ihren dritten Zielkometen an und die Japaner haben sogar Proben eines erdnahen Asteroiden zur Erde gebracht, zum Jahresende wollen sie eine weitere Asteroiden-Sonde starten.“ 

Diese Aktivitäten der Weltraumnationen werden nun auf internationaler Ebene mit SMPAG flankiert, und zwar unter dem Mandat der Vereinten Nationen. Koschny dazu: „Da die Bedrohung durch NEOs ein globales Problem ist, sind die UN die geeignete Ebene, um diesen Gefahren zu begegnen.“ Laut Gerhard Drolshagen, ebenfalls vom SSA-Programmbüro, kommt es nun darauf an, im Rahmen von SMPAG das bereits vorhandene Know-how zusammenzutragen. Dies soll bereits bis zur kommenden Sitzung geschehen.

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KS


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