16.09.2011
FLUG REVUE

Falschfarben verdeutlichen Oberflächenstrukturen auf Vesta

Seit August liefert das Kamerasystem an Bord der NASA-Raumsonde Dawn hoch aufgelöste Bilder des Asteroiden Vesta. Nunmehr haben auf deren Grundlage Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung (MPS) erste Falschfarbenkarten des Himmelskörpers erstellt.

Das beim MPS entwickelte Kamerasystem ist mit sieben verschiedenen Farbfiltern ausgestattet, mit denen die genaue Zusammensetzung des reflektierten Lichts entschlüsselt werden kann. Daraus wiederum ziehen die Wissenschaftler Rückschlüsse auf die mineralogische Zusammensetzung des Asteroiden. Schon jetzt bestätigt sich eine ausgeprägte Zweiteilung der Vesta in völlig unterschiedliche Nord- und Südhalbkugeln.

Die Nordhalbkugel refelektiert das Licht in einer anderen Starke als die südliche Hemisphäre. Für die Ursachen dieser Zweiteilung haben die Wissenschaftler eine Theorie, nach der ein gewaltiger Einschlag den Süden erschüttert hat. Das muss jedoch erst noch bewiesen werden. Immerhin wird diese Annahme dadurch erhärtet, dass es im Süden weit weniger kleinere Einschlagkrater gibt, die Oberfläche dort also jünger ist.

"Wir hatten nicht mit einer derart komplexen Geologie gerechnet. Allein die Topografie mit Höhenunterschieden von bis zu 20 Kilometern spricht für eine gewaltige Dynamik der Oberflächengestaltung, ebenso wie die Unterschiedlichkeit und Vielfalt der Einschlagskrater, die Täler und Canyons, die Vesta umspannen, und die großen Helligkeitsunterschiede des Oberflächenmaterials", sagt Prof. Ralf Jaumann vom DLR-Institut für Planetenforschung in Berlin-Adlershof, und Prof. Tilman Spohn, Direktor des Instituts, ergänzt:

"Für das DLR ist Dawn einer der wichtigsten Teile unseres Programms zur Erforschung der Asteroiden und eine der bedeutendsten Kooperationen mit der NASA und amerikanischen Forscherkollegen. Die ersten Ergebnisse bestätigen eine immer wieder gemachte Beobachtung: Es ist nie so, wie wir uns das gedacht haben, bevor wir wirklich vor Ort waren."

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flugrevue.de/Matthias Gründer



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