31.03.2011
FLUG REVUE

Feuerwerk beim Stennis Space Center

45 Jahre nach dem ersten Testlauf eines Triebwerks der Trägerrakete Saturn V und 35 Jahre, nachdem hier zum ersten Mal eine SSME (Space Shuttle Main Engine) gelaufen ist, passierte der Prüfstand A-2 auf dem John C. Stennis Space Center der NASA erneut einen Meilenstein seiner Geschichte

Eine Inspektion des Prüfstandes nach umfangreichen Modifikationen ergab, dass die Anlage nunmehr bereit ist für die Tests des neuen Triebwerks J-2X ab Sommer dieses Jahres. Das neue Projekt startet pünktlich zum 50. Jahrestag der Gründung des Testzentrums, das per Beschluss vom 26. Oktober 1961 hier am Mississippi errichtet werden sollte.

Am 23. April 1966 wurde auf dem Prüfstand A-2 zum ersten Mal eine Saturn-Zweitstufe gezündet; insgesamt fanden hier 27 komplette Stufentests im Rahmen des Apollo-Programms statt. Am 31. März 1976, vor 35 Jahren, folgte dann die erste Prüfung einer SSME (Space Shuttle Main Engine), und seitdem musste jedes dieser Haupttriebwerke, das bei den bislang 133 Shuttle-Missionen eingesetzt wurde, hier seine Funktionsfähigkeit nachweisen. Der letzte dieser Tests fand im Juli 2009 statt.

Nun, da die Space Shuttles außer Dienst gestellt werden, arbeiten die NASA und die Raumfahrtindustrie der USA an neuen Trägerkonzepten für die bemannte Raumfahrt. Als Triebwerk soll hier das J-2X von Pratt & Whitney Rocketdyne dienen, eine Weiterentwicklung des J-2, das einst im Fünferpack die Zweitstufe der Saturn V antrieb. Für seine Erprobung wurde der Prüfstand A-2 in zehnmonatiger Arbeit umgebaut, und im Juni soll das erste komplette Aggregat eingerüstet werden.

Einzelne Komponenten waren in den vergangenen Monaten bereits geprüft worden, keine leichte Aufgabe, da es sich in der Regel um originale, zum Teil bereits mehrere Jahrzehnte alte Bauteile des J-2 handelte. Insgesamt werden künftig auch die Prüfstände A-1 (Energiesystem) und A-2 (Zulassung) in die Kampagnen eingebunden.

Eigentlich sollte das J-2X die Oberstufen der inzwischen gestrichenen Trägerraketen Ares I und Ares V antreiben. Seit November 2010 gibt es keine konkreten Planungen, bei welchem künftigen Raumtransportsystem der USA die neuen, effektiveren und kostengünstigeren Triebwerke eingesetzt werden sollen. Fällt aber irgendwann in der Zukunft eine Entscheidung, wollen die NASA und die Industrie vorbereitet sein.

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flugrevue.de/Matthias Gründer



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