07.03.2014
FLUG REVUE

Jubiläum eines WeltraumteleskopsFünf Jahre Planetenjagd mit Kepler

Am 6. März 2009 startete die NASA von der Cape Canaveral Air Force Station aus das Kepler-Teleskop, dessen Aufgabe darin bestand, Exoplaneten zu suchen und zu finden – am liebsten natürlich solche in habitablen Zonen in anderen Sonnensystemen.

Kepler 62f

So stellen sich Grafiker den erdähnlichen Planeten Kepler 62f vor. © NASA  

 

Seitdem hat uns der Satellit die Augen für eine völlig neue Welt geöffnet, eine Welt die voller Planeten ist. Seitdem wissen wir, dass die meisten Sterne von Planeten umkreist werden, dass erdähnliche Himmelskörper nichts Außergewöhnliches sind und noch völlig andere existieren, wie wir sie aus unserem eigenen Sonnensystem nicht kennen. Dazu gehören zum Beispiel Planeten, die um Doppelsterne kreisen.

Mehr als 3.600 Kandidaten wurden bereits gefunden, und bei 961 konnte inzwischen bestätigt werden, dass sie tatsächlich Planeten sind, viele davon mit der Größe unserer Erde. Davon kreist eine erkleckliche Zahl in der sogenannten habitablen Zone, also jenem Bereich der Planetenbahnen, in dem der Zentralstern genügend Wärme spendet, damit auf den Planeten flüssiges Wasser vorkommt. Damit wäre eine Grundvoraussetzung für die Existenz von Lebensformen gegeben. Einer dieser entdeckten Himmelskörper wird von den Wissenschaftlern Kepler 62f genannt und hat einen um etwa 40 Prozent größeren Durchmesser als die Erde. Er könnte durchaus zu den Gesteinsplaneten zählen und flüssiges Wasser auf seiner Oberfläche haben. Die meisten anderen allerdings gehören zu den sogenannten Gasriesen, ähnlich wie Jupiter und Saturn in unserem Sonnensystem.

Einen Erdzwilling, also einen Körper von gleicher Größe und Oberflächentemperatur wie unser Heimatplanet, haben die Wissenschaftler allerdings noch nicht gefunden, doch sind die Analysen aller Keplerdaten noch lange nicht abgeschlossen. Obwohl die Mission des Satelliten im August letzten Jahres wegen der Fehlfunktion im Stabilisierungssystem erst einmal beendet werden musste, arbeiten Spezialisten derzeit daran, die Arbeiten in einem neuen Modus wieder aufzunehmen. Die NASA jedenfalls hat dafür im neuen Finanzjahr bereits Mittel bereitgestellt.

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flugrevue.de/Matthias Gründer


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