03.07.2013
FLUG REVUE

Gaia ist bereit für den Transport zum Startplatz

Die ESA-Raumsonde Gaia hat in Europa die letzten Vorbereitungen durchlaufen und ist nun für den Transport zum Weltraumbahnhof in Französisch-Guayana bereit. Auf ihrer fünfjährigen Mission wird sie eine Milliarde Sterne mit nie da gewesener Genauigkeit erfassen und kartieren.

Das Hauptaugenmerk von Gaia liegt auf der Erstellung präziser dreidimensionaler Karten unserer Milchstraße. Dazu beobachtet die Raumsonde wiederholt insgesamt eine Milliarde Sterne, vermisst deren genaue Position und ihren Weg durch das All. Weitere Messungen gelten grundlegenden physikalischen Eigenschaften, etwa Temperatur, Leuchtkraft und Zusammensetzung jedes Sterns. Die sich daraus ergebende Übersicht ermöglicht Astronomen Rückschlüsse auf den Ursprung und die Entwicklung unserer Galaxie. Gaia wird zudem zehntausende neuer Objekte entdecken, darunter Asteroiden in unserem Sonnensystem, Planeten um nahe Sterne sowie explodierende Sterne - sogenannte Supernovae - in anderen Galaxien.

Gaia wird noch 2013 an Bord einer Sojus-Rakete vom europäischen Raumfahrtstartgelände in Kourou (Französisch-Guayana) aus zum Lagrange-Punkt L2 gestartet. Dort schwenkt die Sonde auf eine etwa 1,5 Millionen Kilometer vom Erdorbit entfernte Sonnenumlaufbahn ein, von der aus sie die Sterne kartieren wird. Während der fünfjährigen Mission dreht sie sich langsam um ihre eigene Achse und führt so ihre beiden mit der bisher größten digitalen Weltraumkamera mit knapp einer Milliarde Pixeln ausgerüsteten Teleskope langsam über den kompletten Himmel. Gaia wird eine Milliarde Sterne erfassen, was etwa einem Prozent aller Sterne der Milchstraße entspricht. Mit ihrer Hilfe könnte es sogar möglich sein, die Verteilung der Dunklen Materie zu analysieren, jener unsichtbaren Substanz, die wir nur aufgrund ihrer Schwerewirkung auf Himmelskörper erkennen können. Mittels der Beobachtung der Ablenkung von Lichtwellen durch massive Objekte, wie der Sonne, der um sie kreisenden Planeten sowie durch andere Sterne, wird die Sonde auch Einsteins Allgemeine Relativitätstheorie überprüfen können.

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flugrevue.de/Matthias Gründer



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