23.08.2014
FLUG REVUE

Europäisches GPS-System Galileo-Satelliten: Probleme nach dem Start

Die ersten beiden Galileo-Satelliten der so genannten Aufbauphase sind am Freitag von Kourou aus ins All gebracht worden. Allerdings wurde der geplante Orbit nicht genau erreicht.

Sojus-Start Galileo August 2014

Am 22. August 2014 brachte eine Sojus-Rakete die ersten beiden Galileo-Satelliten von OHB ins All (Foto: ESA).  

 

Das europäische Satellitennavigations-System Galileo hat einen weiteren Meilenstein erreicht: An Bord einer russischen Sojus-Rakete sind am 22. August 2014 um 14.27 Uhr Mitteleuropäischer Sommerzeit (MESZ, 9.27 Uhr Ortszeit) in Kourou zwei Satelliten gestartet worden.

Gegen 18.15 Uhr MESZ wurden die beiden vom deutschen Raumfahrtunternehmen OHB in Bremen gebauten Navigationssatelliten dann in ihrem Zielorbit - der mittleren Erdumlaufbahn in rund 23500 Kilometern Höhe – ausgesetzt. Nach ersten Analysen von Arianespace gab es aber eine Abweichung vom geplanten Orbit. Dies muss nun weiter untersucht werden.

Mit dem Start der beiden ersten OHB-Satelliten ist formal die Entwicklungsphase von Galileo abgeschlossen: Zur sogenannten In-Orbit-Validierung zählten die ersten vier Satelliten, die von Airbus Defense and Space gebaut und im Oktober 2011 und Oktober 2012 gestartet worden sind.

Für die nun beginnende Aufbauphase (FOC, Full Operational Capability) hat die Europäische Kommission insgesamt 22 Satelliten bei OHB in Bremen bestellt. Die nächsten beiden FOC-Satelliten sollen Ende 2014 folgen.

"Eigentlich sollte Galileo schon 2008 voll funktionieren, aber wie bei großen, komplexen Raumfahrtprogrammen üblich, gab es Verzögerungen. Das GPS-System hat 20 Jahre mehr Erfahrung, das müssen wir erstmal aufholen", sagt DLR-Programmmanager Kleeßen. Zusammen mit dem amerikanischen GPS, dem russischen GLONASS und dem ebenfalls im Aufbau befindlichen chinesischen Beidou werden in einigen Jahren weltweit vier Satellitennavigationssysteme existieren.

Die ersten Dienste sollen Anfang 2015 nutzbar und bis 2020 vollständig aufgebaut sein. Die Gesamtkosten für die Entwicklung und den Aufbau von Galileo liegen bei zirka sechs Milliarden Euro. Zusätzlich sind für Betrieb und Weiterentwicklung des Systems und des europäischen GPS-Ergänzungssystems EGNOS (European Geostationary Navigation Overlay System) weitere rund sieben Milliarden Euro für den Zeitraum 2014 bis 2020 im Haushalt der Europäischen Union eingestellt.

Die jetzt gestarteten ersten FOC-Satelliten kosten jeweils rund 40 Millionen Euro. Neben der OHB System AG als Hauptauftragnehmer der ESA sind acht weitere deutsche Firmen beteiligt.

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KS


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