04.12.2014
FLUG REVUE

BahnkorrekturGalileo sendet von neuer Umlaufbahn aus

Europas fünfter Galileo-Satellit – einer der beiden, die im August vom Sojus-Fregat-Träger VS09 in einer falschen Umlaufbahn ausgesetzt worden waren – hat am Samstag, dem 29. November 2014, sein erstes Navigationssignal aus dem Weltraum gesendet. Der Satellit hat seine Zielbahn erreicht, woraufhin seine Navigationsnutzlast eingeschaltet werden konnte.

galileo

Der fünfte Galileo-Satellit hat nach komplizierten Bahnmanövern seine neue Zielbahn erreicht. © ESA  

 

Die am 22. August gemeinsam gestarteten Galileo-Satelliten 5 und 6 wurden versehentlich in einer elliptischen Umlaufbahn mit einer Höhe zwischen 25.900 km und 13.713 km ausgesetzt. Über einen Zeitraum von 17 Tagen wurden insgesamt elf Manöver durchgeführt, in denen der Satellit Nr. 5 an dem Punkt, an dem seine Bahnhöhe am niedrigsten ist, schrittweise auf eine höhere Bahn bugsiert wurde. Er fliegt nun 3500 km höher und seine elliptische Umlaufbahn ist etwas kreisförmiger. Die anhand der Berechnungen eines gemeinsamen Flugdynamikteams des Raumflugkontrollzentrums der ESA (ESOC) in Darmstadt und der französischen Raumfahrtagentur (CNES) erstellten Steuerbefehle wurden vom Galileo-Betreiber Space Opal aus dem Galileo-Kontrollzentrum in Oberpfaffenhofen heraus erteilt.

An den Satelliten weitergeleitet wurden sie über ein ausgedehntes Bodenstationsnetz, bestehend aus Galileo- und zusätzlichen, vom CNES koordinierten Stationen. Außerdem leistete der Her-steller OHB während des gesamten Bahnkorrekturverfahrens fachliche Unterstützung und Hilfe bei der Anpassung der Flugmanöver. Bis zum Beginn der Manöver hatte das gemeinsame Team der ESA und des CNES dafür gesorgt, dass die Satelliten dank ihrer Gyroskope und Solarsensoren stets der Sonne zugewandt blieben. Dadurch konnten sie zwar in stabiler Lage durch den Weltraum fliegen, aber ihre Navigationsnutzlasten konnten nicht zuverlässig genutzt werden. Auf der neuen Umlaufbahn ist der Satellit außerdem einer weitaus geringeren Strahlung ausgesetzt, womit seine zuverlässige Leistung langfristig sichergestellt werden kann.

Für den sechsten Satelliten sind dieselben Bahnkorrekturmanöver vorgesehen. Er soll dieselbe Bahnebene erreichen, jedoch auf der anderen Seite der Erde. Die Entscheidung, ob die beiden Satelliten letztendlich als Teil der Galileo-Konstellation für Navigations- und SAR-Zwecke genutzt werden, wird die Europäische Kommission auf der Grundlage der Testergebnisse treffen.

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flugrevue.de/Matthias Gründer


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