11.03.2010
FLUG REVUE

Gemeinsame Erklärung zur ISS

Die Leiter der bei der Internationalen Raumstation (ISS) zusammenarbeitenden Raumfahrtagenturen Kanadas, Europas, Japans, Russlands und der Vereinigten Staaten sind am 11. März 2010 in Tokio zusammengekommen, um ihre weitere Kooperation zu beraten.

Sie verwiesen angesichts der fast vollständigen Montage der ISS und deren Kapazitäten zur Aufnahme einer ständigen Bordmannschaft von sechs Astronauten auf die außergewöhnlichen Chancen, die die Raumstation für die Forschung unter den Bedingungen der Schwerelosigkeit und weitere Entdeckungen eröffnet, wozu auch der Betrieb und die Organisation dieser weltgrößten internationalen Weltraumstruktur zählen. Sie nahmen insbesondere die einmaligen Möglichkeiten zur Kenntnis, die eine verstärkte Nutzung dieser einzigartigen Anlage für weitere Fortschritte in Wissenschaften und Spitzentechnologie bietet. Diese Forschungstätigkeiten werden nicht nur den Menschen auf der Erde Nutzen bringen, sondern auch künftige Explorationstätigkeiten über die erdnahe Umlaufbahn hinaus vorbereiten. Die ISS wird für die an ihr teilnehmenden Partner ferner einen Prüfstand für stärker integrierte internationale Betriebs- und Forschungstätigkeiten bilden und damit den Weg für eine erweiterte Zusammenarbeit bei künftigen internationalen Missionen ebnen.

Die Leiter der Raumfahrtagenturen bekräftigten erneut die Bedeutung der uneingeschränkten Nutzung des Forschungs-, Technologie- und Bildungspotenzials der ISS. Sie erklärten, dass es keine erkennbaren technischen Zwänge gebe, die eine Fortsetzung des ISS-Betriebs über den bisherigen Planungshorizont 2015 hinaus bis mindestens 2020 beeinträchtigen würden, und die Partner derzeit an der Zertifizierung der Weltraumkomponenten bis zum Planungshorizont 2028 arbeiteten. Die Leiter der Raumfahrtagenturen unterstrichen ihr starkes gemeinsames Interesse an einer Fortsetzung von Betrieb und Nutzung der ISS, solange die Vorteile des Raumstationsbetriebs offensichtlich sind. Sie nahmen zur Kenntnis, dass ein im Einklang mit den von den US-Behörden geforderten Mitteln stehender US-Haushalt für 2011 den Vereinigten Staaten die weitere Unterstützung der ISS-Betriebs- und -Nutzungstätigkeiten bis mindestens 2020 erlauben würde. Sie betonten ihre gemeinsame Absicht, bei ihren zuständigen Regierungsstellen die erforderlichen Verfahren einzuleiten, um in diesem Jahr einen Konsens hinsichtlich der Fortsetzung des ISS-Betriebs bis zum kommenden Jahrzehnt zu erreichen

Mit Blick in die Zukunft erörterten die Leiter der Raumfahrtagenturen die Notwendigkeit, mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln eine erhöhte Effizienz in der Nutzung und im Betrieb der ISS zu erzielen, u. A. durch Ermittlung und Koordinierung effizienzsteigernder Maßnahmen innerhalb des ISS-Programms und Gewährleistung eines möglichst wirtschaftlichen Einsatzes grundlegender Kapazitäten, wie des Weltraumtransports von Mannschaftsmitgliedern und Fracht im Hinblick auf die Nachhaltigkeit des Programms.



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