03.04.2014
FLUG REVUE

Beobachtung des KohlenstoffkreislaufsGespanntes Warten auf den Satelliten OCO-2

Ginge es nur um die Atmung von sechs Milliarden Menschen, dann hätte diese einen geringen Einfluss auf den Kohlenstoffzyklus in der Atmosphäre. Leider aber hat der Mensch viel mehr getan, um unsere Lufthülle zu schädigen. Bald soll ein NASA-Satellit entsprechende Daten sammeln.

OCO-2

Mehr als eine Million Datensätze wird OCO-2 täglich erfassen. © NASA  

 

OCO-2 soll die Kohlendioxid-Verteilung in der Atmosphäre untersuchen. Copyright: NASA

Die Verbrennung fossiler Kraftstoffe und das Abholzen des Regenwaldes sind zwei der wichtigsten Ursachen dafür, dass der Kreislauf aus der Balance gerät, weil immer mehr Kohlendioxid in die Atmosphäre geblasen wird. Viel wissen wir allerdings noch nicht über diese Prozesse, weshalb die NASA am 14. Juli den Satelliten OCO-2 (Orbiting Carbon Observatory) ins All bringen wird. „Gegenwärtig ziehen die Vegetation und die Weltmeere etwa die Hälfte des Kohlendioxids wieder aus der Atmosphäre, das von Menschen produziert wird“, sagt Paul Wennberg, Professor für atmosphärische Chemie am CalTech in Pasadena, Kalifornien. Wie das aber in Zukunft funktionieren wird, kann derzeit nicht prognostiziert werden. Der Satellit soll bei der Suche nach Antworten helfen.

Dabei geht es vor allem um diese Hälfte der Treibhausgase, die auf natürlichen Wegen absorbiert wird. Was wird mit dem Kohlendioxid, wohin verschwindet es? Bislang gibt es dazu noch zu wenige Messergebnisse, vor allem angesichts der riesigen Wasserflächen auf unserem Planeten. Zwar gibt es Kooperationsverträge zwischen ozeanographischen Forschungseinrichtungen und Reedereien, dass an Bord von Frachtschiffen oder Tankern Messgeräte installiert werden, aber im Ozean auf der südlichen Halbkugel gibt es zu wenig Schiffsverkehr, als dass man dort aussagestarke Daten erfassen könnte. Eine ähnliche Situation findet man über riesigen Waldflächen, wie beispielsweise in Sibirien oder im brasilianischen Regenwald. Im Hohen Norden Russlands beispielsweise gibt es auf einer Ausdehnung von sieben Zeitzonen nur sechs ganzjährig besetzte Messstationen. OCO-2 indessen wird 24 Messun-gen in der Sekunde, mehr als eine Million am Tage stets über der von der Sonne beleuchteten Hemisphäre der Erde anstellen. Selbst wenn nur 20 Prozent davon über wirklich wolkenfreien Gebieten erfolgen, ist das immer noch sehr viel mehr als bisher.

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flugrevue.de/Matthias Gründer


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