17.10.2014
FLUG REVUE

ESA-Raumsonde RosettaGesucht: Ein Name für den „Landeplatz J“

Als noch zehn mögliche Landestellen für die erste Landung überhaupt auf einem Kometen im Rennen waren, reichten schlichtweg die ersten zehn Buchstaben des Alphabets. Nun steht allerdings fest, wo der Lander Philae nach seiner Abkopplung von der ESA-Sonde Rosetta am 12. November 2014 auf dem Kometen Tschurjumow-Gerassimenko aufsetzen wird - auf Landeplatz J.

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Der bisherige Landeplatz „J“ soll nun einen griffigeren Namen bekommen. © DLR  

 

„J“ ist kein besonders schöner Name. Deshalb rufen das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt, die französische Raumfahrtagentur CNES, die italienische Raumfahrtagentur ASI und die ESA mit einem Wettbewerb dazu auf, einen Namen für Landestelle J vorzuschlagen. Bis einschließlich 22. Oktober 2014 können Vorschläge online eingereicht werden. Der Gewinner und der ausgewählte Name für die Landstelle werden am 3. November 2014 bekanntgegeben.

Mit dem relativ flachen Landeplatz mit ausreichend Sonne sind alle Beteiligten zufrieden: Im Vergleich zu den übrigen Plätzen auf dem ungewöhnlich geformten Kometen bietet „J“ nicht nur gute Bedingungen für eine möglichst sichere Landung, sondern auch für wissenschaftlich ergiebige Untersuchungen. Bestätigt wurde der ausgewählte Landeplatz, auf dem Philae am 12. November 2014 gegen 16:30 Uhr aufsetzen soll, in einem finalen Schritt am 14. Oktober 2014. Was nun noch fehlt, ist der rechte Name. Ausgeschlossen sind Personennamen - ansonsten ist fast alles erlaubt. Die Jury - das Philae Steering Committee - wird aus allen Vorschlägen den Gewinner auswählen, der zur Landung zur ESA in Darmstadt eingeladen wird. Wichtig ist dabei auch eine Begründung, die mit dem Namensvorschlag eingereicht werden muss.

Bereits für die Landung am 12. November 2014 wird der provisorische Name „J“ dann schon Vergangenheit sein und die Landestelle ihre neue Bezeichnung tragen. Um 9:35 Uhr wird Philae von der Sonde getrennt und mittels der Anziehungskraft des Kometen zu seiner Oberfläche sinken. Während dieses siebenstündigen Abstiegs werden jedoch schon verschiedene Instrumente eingeschaltet. Auch die Kamera ROLIS unter Leitung des DLR wird schon vor der Landung Bilder der Kometenoberfläche aufnehmen. Der gesamte Landevorgang vom Betrieb des Landers über den Einsatz der Instrumente bis hin zum Entfalten der Landebeine wurde bereits vorab im Lander Control Center (LCC) des DLR geplant und programmiert, damit Philae autonom landen kann. Das LCC ist für die Überwachung und Kommandierung des Landers zuständig. Die Kommandos für Philae und seine zehn Instrumente an Bord werden von Köln aus zum europäischen Missions-Kontrollzentrum ESOC in Darmstadt und von dort aus über Bodenstationen zu Rosetta und Philae geschickt. Die Telemetrie von Philae gelangt in umgekehrter Richtung über das ESOC zum LCC. Gegen 17 Uhr - nach einer Laufzeit von 28 Minuten vom Lander bis zur Erde - wird im LCC das Signal für eine erfolgreiche Landung auf „Tschuri“ erwartet, und erstmals werden Instrumente direkt auf einer Kometenoberfläche zum Einsatz kommen.

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flugrevue.de/Matthias Gründer


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