10.07.2013
FLUG REVUE

Gigantischer Gletscher „kalbt“ in die Antarktis

Am Pine-Island-Gletscher, dem längsten und am schnellsten fließenden Gletscher der Antarktis, haben sich gigantische Risse gebildet. Der mehr als 720 Quadratkilometer große neue Eisberg und kleinere Bruchstücke haben sich von dem Gletscher getrennt und sind in die Amundsen-See an der Westküste der Antarktis „gekalbt“.

Aufnahmen des vom DLR betriebenen Erdbeobachtungssatelliten TerraSAR-X dokumentieren den über mehrere Jahre entstandenen ersten Riss und den finalen Abbruch in einer Aufnahme vom 8. Juli 2013. Glaziologen können mit diesen Daten den rätselhaften Prozessen des Kalbens von Eisbergen auf den Grund gehen. Wissenschaftler der amerikanischen Raumfahrtbehörde NASA haben den anfangs rund 24 Kilometer langen und 50 Meter breiten ersten Riss schon am 14. Oktober 2011 bei einem Überflug vom Flugzeug aus beobachtet. Gletscher sind ständig in Bewegung und haben ihre ganz eigene Fließdynamik; eine komplizierte Geometrie, die permanenten Spannungen ausgesetzt ist und deren Kalben noch weithin unerforscht ist. Die Forscher lassen deshalb die Satellitendaten in Computersimulationen einfließen, in denen sie die Bruch- und Fließmechanik der Eismassen mit Hilfe numerischer Verfahren modellieren.

Ein Vergleich mit aktuellen Satellitenbildern zeigt den Forschern, ob sie mit ihrer Simulation richtig liegen. Der Riss am Pine-Island-Gletscher war kurz vor der „Geburt“ des neuen Eisbergs 28 Kilometer lang und 540 Meter breit. Zu Beginn der Aufzeichnungen am 13. Oktober 2011 verlief der Riss über eine Länge von 24 Kilometern und war 50 Meter breit. Der Pine-Island-Gletscher fließt vom Hudson-Gebirge in die Amundsen-See im Südpolarmeer. Er hatte zuletzt 2001 und 2007 ähnlich große Eisberge produziert.

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flugrevue.de/Matthias Gründer



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