11.11.2013
FLUG REVUE

ESA-Satellit abgestürztGOCE ist der Schwerkraft erlegen

Am 11. November gegen 01.16 MEZ trat der ESA-Satellit GOCE während eines Überflugs, der ihn über Sibirien, den westlichen Teil des Pazifischen Ozeans, den östlichen Teil des Indischen Ozeans und die Antarktis führte, über dem Südatlantik in die Erdatmosphäre ein.

GOCE

GOCE hat die Veränderung des Schwerefelds der Erde mit bisher unerreichter Detailtreue aufgezeichnet. © ESA  

 

Der Satellit verglühte wie erwartet, in der oberen Atmosphäre und verursachte dabei keinerlei Schaden. Das ESA Büro für Weltraumtrümmer am ESOC in Darmstadt schätzt den spätesten Zeitpunkt für das Erreichen der 80-km-Höhenmarke auf 00:16 MEZ. Diese Angaben wurden vom United States Strategic Command, USSTRATCOM bestätigt. Damit ergibt sich als Ort für den Niedergang etwa 60 Grad West und 56 Grad Süd, nahe den Falklandinseln. Die wenigen Überreste des Satelliten sind somit in den südlichsten Teil des atlantischen Ozeans gefallen.

Der im März 2009 gestartete Satellit zur Bestimmung des Schwerefelds und der stationären Ozeanzirkulation hat die Veränderung des Schwerefelds der Erde mit bisher unerreichter Detailtreue aufgezeichnet. Das Ergebnis ist die genaueste jemals erzeugte Darstellung des Geoids –mit einem hypothetischen globalen Ozean im Ruhezustand –, die dem besseren Verständnis der Ozeanströmungen, des Meeresspiegels, der Eisdynamik und des Erdinneren dient. GOCEs innovatives Ionentriebwerk, mit dem der Satellit auf einer äußerst niedrigen Umlaufbahn unter 260 km gehalten wurde, sowie seine Beschleunigungsmessungen erbrachten zudem neue Erkenntnisse über Luftdichte und Windgeschwindigkeiten in der oberen Atmosphäre.

Am 21. Oktober endete die Mission mit dem Verbrauch des letzten Treibstoffs. In den vergangenen drei Wochen verlor der Satellit kontinuierlich an Höhe. Obwohl ein Großteil des 1100 kg schweren Flugkörpers in der Atmosphäre verglühte, erreichten rund 25 Prozent seiner Masse die Erdoberfläche. Der Wiedereintritt wurde von einem internationalen Team, darunter dem Interinstitutionellen Koordinierungsausschuss für Weltraummüll (IADC) und dem ESA-Büro für Weltraumtrümmer überwacht.

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flugrevue.de/Matthias Gründer


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