12.11.2014
FLUG REVUE

ESA-WissenschaftsprogrammHauptauftragnehmer für CHEOPS-Satellit der ESA ausgewählt

Airbus Defence and Space ist Hauptauftragnehmer für CHEOPS (CHaracterising ExOPlanet Satellite), die erste Kleinmission im Rahmen des Wissenschaftsprogramms der Europäischen Weltraumorganisation ESA.

CHEOPS

CHEOPS soll Planetentransits vor fernen Sternen beobachten. © Airbus  

 

Ziel der CHEOPS-Mission ist die Beobachtung von Planetentransits. Zu diesem Zweck werden bekannte Sterne, die von Planeten umkreist werden, mit hochpräziser Photometrietechnik untersucht. Bei der Überwachung der Helligkeit eines Sterns suchen die Wissenschaftler nach Zeichen des Transits eines Planeten, wenn dieser kurz vor seinem Stern vorbeizieht. So kann der Satellit den genauen Radius des Planeten ermitteln. Bei Planeten mit bekannter Masse lässt sich damit deren Dichte feststellen, wodurch sich Hinweise auf ihre innere Struktur, Formation und Evolution ergeben. Ein zweites Ziel ist, sogenannte „Golden Targets“ für eine tiefgehende Charakterisierung mit Hilfe von künftigen spektroskopischen Anlagen am Boden- (beispielsweise das European Extremely Large Telescope) und im Weltraum (James Webb Space Telescope) bereitzustellen.

CHEOPS ist die erste Kleinmission der ESA, die aus 26 anderen Vorschlägen ausgewählt worden war. Ein Merkmal dieser sogenannten S-Klasse-Missionen ist die volle Nutzung bekannter Technologien. Diese Flugkörper können mit einem geringen Budget und innerhalb kurzer Zeit verwirklicht werden, um mit hoher Flexibilität höheren wissenschaftlichen Ertrag zu versprechen. Der Satellit basiert auf der AstroBus-Familie von Airbus Defence and Space mit Niedrigkosten-Satellitenplattformen – wie auch beispielsweise Spot 6 & 7 oder KazEOSat-1. CHEOPS ist der neunte Satellit eines ESA-Programms nach Sentinel 5 Percursor und MetOp Second Generation.

Der Satellit wird zwischen 650 und 800 Kilometern Höhe auf sonnensynchroner Bahn mit einer Neigung von 98 Grad zum Äquator fliegen und eine geplante Lebensdauer von dreieinhalb Jahren haben. Das CIS-Bordinstrument (CHEOPS Instrument System), ein Teleskop mit 33,5 Zentimetern Durchmesser und eine äußerst leistungsfähige, rückseitig beleuchtete, ladungsträgergekoppelte Schaltung (CCD – Charge Coupled Device) wurden von der Universität Bern gebaut.

Mehr Infos zu:
Mehr zum Thema:
flugrevue.de/Matthias Gründer


Weitere interessante Inhalte
Training, ISS, Zukunft als Raumfahrer "Zum Mars, das wär's!" — ESA-Astronaut Alexander Gerst im Interview

16.02.2017 - Im Mai 2016 wurde der ESA-Astronaut Alexander Gerst für seine zweite Langzeitmission im All nominiert. 2018 wird der 40-Jährige als erster Deutscher auf der ISS das Kommando führen. Im Interview … weiter

Matthias Maurer ESA setzt auf weiteren deutschen Astronauten

02.02.2017 - Das Astronautenkorps der europäischen Raumfahrtagentur ESA erhält Verstärkung: Der Saarländer Matthias Maurer wurde am Donnerstag im Europäischen Raumflugkontrollzentrum (ESOC) in Darmstadt … weiter

SmallGEO Wieder ein Telekommunikationssatellit aus Deutschland

30.01.2017 - Der Hispasat-Satellit H36W-1 ist am Samstag erfolgreich von Kourou aus gestartet. Es ist der erste Satellit, der auf der in Deutschland entwickelten und gebauten SmallGEO-Plattform basiert. … weiter

Europäisches Satellitennavigationssystem Galileo-Uhren funktionieren nicht korrekt

20.01.2017 - Es gibt Probleme beim europäischen Satellitennavigationssystem Galileo. Bei fünf Satelliten wurden Anomalien bei den Atomuhren an Bord entdeckt. … weiter

Ariane 6 Europas Billig-Rakete

19.12.2016 - Günstiger soll sie werden und dabei so zuverlässig sein wie ihre Vorgängerin: Bei der Ariane 6 versucht Airbus Safran Launchers den Spagat zwischen Kosten und Qualität, um im Trägerraketen-Markt … weiter


  • Hersteller

    Lade...

  • Typ

    Bitte Hersteller auswählen!

FLUG REVUE 02/2017

FLUG REVUE
02/2017
09.01.2017

Abonnements
Digitalabo
E-Paper
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


- Ryanair greift Lufthansa an
- Bombardier liefert CS300
- Gulfstream G500
- Sea Lion fliegt
- Interview Astronaut Gerst
- Nachtschicht bei LH Technik

aerokurier iPad-App