22.03.2013
FLUG REVUE

Herschel entdeckt jüngste je gesehene Sterne

Bei der Auswertung von Beobachtungsdaten des erst kürzlich außer Dienst gestellten ESA-Astronomiesatelliten Herschel fanden Astronomen im Sternbild Orion die jüngsten Sterne, die jemals menschliche Augen zu sehen bekamen.

Schon lange beobachten die Wissenschaftler den Nebel Messier 78 im Orion, der als Geburtstätte neuer Sterne gilt, doch gelang es bisher nicht, die Zusammenballungen von Gas und Staub zu durchdringen - bis Herschel kam. Das Infrarotteleskop ermöglichte endlich tiefere Einblicke, und gemeinsam mit Daten des NASA-Satellitenteleskops Spitzer sowie Observatorien auf der Erde, darunter der Europäischen Südsternwarte, war es möglich, den dichten Schleier zu druchdringen. Gleich 15 der sogenannten Protosterne bilden das bisher größte Ensemble solcher Himmelskörper, die sich nach einem Gravitationskollaps von kalten Gaswolken zu heißen Plasmakugeln entwickeln. Nach kosmischen Standards geschieht das sehr schnell, in nur wenigen hunderttausend Jahren.

Herschel zeichnete mit dem Instrument PACS (Photodetektor Array Camera and Spectrometer) die schwache Infrarotstrahlung der Himmelskörper auf, die selbst dichteste Staubwolken durchdringt, und die Wissenschaftler verglichen sie mit den Spitzer-Daten und ergänzten sie mit den Beobachtungen von Radioteleskopen auf der Erde. Im Ergebnis dessen fanden sie die Protosterne, die auf dem Bild unten links mit Kreisen gekennzeichnet wurden. Rechts zum Vergleich sehen wir ein Bild, das auf der Grundlage von Spitzer-Beobachtungen errechnet wurde.

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flugrevue.de/Matthias Gründer


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