24.01.2014
FLUG REVUE

Dampf im AsteroidengürtelHerschel findet Wasser auf Ceres

Der Zwergplanet Ceres gibt Wasserdampf ins Weltall ab, wie ein europäisches Forscherteam entdeckte. Ceres ist das größte Objekt im Asteroidengürtel, wo Millionen Objekte die Sonne umkreisen.

herschel

Der Zwergplanet Ceres gibt Wasserdampf ins Weltall ab. © ESA  

 

Diese Objekte bestehen aus Baumaterial, das vor 4,5 Milliarden Jahren bei der Entstehung der großen Planeten übrig blieb. Bei diesem mehrstufigen Prozess ist Ceres ziemlich weit gekommen; sein Körper hat immerhin rund 1000 Kilometer Durchmesser. Aus welchen Substanzen bestehen die Asteroiden und welche Rolle spielte das Wasser bei ihrem chemischen Aufbau? Hier kamen die Instrumente des ESA-Satelliten Herschel* ins Spiel. Dazu gehörte auch das HIFI-Spektrometer (Heterodyne Instrument for the Far-Infrared), mit dem man Wasser besonders gut nachweisen kann.

Bei der Untersuchung der Ceres stellten die Wissenschaftler fest, dass diese Wasserdampf ausstößt. Damit ist sie der erste Kleinplanet, bei dem ein solches Verhalten direkt gemessen werden konnte. Die Aktivität geht von zwei Regionen aus, die auf gegenüberliegenden Seiten des Himmelskörpers liegen. Den Analysen zufolge verlassen pro Sekunde durchschnittlich sechs Kilogramm Wasserdampf die Ceres-Oberfläche. Nur ein Teil kann die Fluchtgeschwindigkeit von 520 Metern pro Sekunde überwinden und gelangt tatsächlich ins freie Weltall. Die NASA-Sonde Dawn ist momentan auf dem Weg zu Ceres und soll im Frühjahr 2015 dort ankommen. Ceres soll dann mindestens ein halbes Jahr aus der Umlaufbahn beobachtet werden. Bezüglich der mit Herschel entdeckten Wasserdampfaktivität sind zwei Bordinstrumente Dawns wichtig: die Kamera und das Infrarot-Spektrometer – beide stammen übrigens aus Europa.

* Das Infrarotteleskop wurde wegen des Verbrauchs des Kühlungsmittels am 17. Juni 2013 abgeschaltet.

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flugrevue.de/Matthias Gründer


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