15.01.2015
FLUG REVUE

Auf der Suche nach neuen PlanetenHigh-Tech-Teleskop-Anlage geht in Dienst

Das Paranal-Observatorium der Europäischen Südsternwarte in Chile hat eine neue Teleskop-Anlage in Dienst genommen, mit der die Forscher neue Planeten aufspüren wollen. Acht der Kameras stammen vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt.

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Mit neuen Teleskopen sucht das Paranal-Observatorium in Chile nach Planeten außerhalb des Sonnensystems. Foto und Copyright: DLR  

 

Die Atacamawüste im Norden Chiles bietet ideale Bedingungen für astronomische Beobachtungen. Daher wurde das auf einer Höhe von 4000 Metern über dem Meeresspeigel gelegene Paranal-Observatorium der Europäischen Südsternwarte (European Southern Observatory, ESO) um eine neue Abteilung erweitert: Der Komplex Next-Generation Transit Survey (NGTS) verfügt über zwölf Kameras mit einem Durchmesser von jeweils 20 Zentimetern, von den acht vom DLR aus Deutschland stammen. Mit Hilfe der Teleskope wollen die Forscher Exoplaneten von der Größe des Planten Neptun außerhalb unseres Sonnensystems aufspüren. Das Problem: aufgrund der enormen Distanzen sind solche Himmelskörper mit dem Auge nicht erkennbar. Die neuen, hoch empfindlichen Kameras können nun so genannte Transits sichtbar machen, bei denen die Exoplaneten auf ihrer Umlaufbahn vor dem Mutterstern einen Schatten erzeugen. des "Bisher konnten bodengebundene Beobachtungsprogramme solche winzigen Transitsignale nicht mit dieser Genauigkeit nachweisen. Mit den neuen Teleskopen wird dies nun erstmals möglich sein", sagt Prof. Heike Rauer, Leiterin der Abteilung Extrasolare Planeten und Atmosphären im DLR-Institut für Planetenforschung.

Laut dem DLR kann das NGTS einen größeren Himmelsabschnitt abdecken als etwa das Keppler-Weltraumteleskop der NASA. Die Suche zielt auf kleinere Exoplanten, deren Größe zwischen dem doppelten und achtfachen Erddurchmesser liegt, und die sich für nähere Untersuchungen mit größeren Teleskopen bezüglich Masse und Atmosphäre eignen. Die Suche läuft dank einer entsprechenden Analyse-Software voll automatisch. Die Einrichtung wird aber nicht vom ESO betrieben, sondern vom NGTS-Konsortium aus der University of Warwick, der Queen’s University of Belfast, der University of Leicester, der University of Cambridge, der Universität Genf und dem DLR in Berlin.

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flugrevue.de/Patrick Hoeveler



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