18.11.2011
FLUG REVUE

Hochauflösende Kartierung des Mondes abgeschlossen

Obwohl der Mond unser nächster Nachbar im Sonnensystem ist, gab es bisher keine komplette kartografische Erfassung mit hoher Auflösung. Jetzt aber hat dieser Zustand ein Ende gefunden: NASA-Wissenschaftler haben den Erdtrabanten mit einer Auflösung von 100 Metern pro Bildpunkt kartiert.

In jahrelanger Arbeit wurde die neue Ansicht des Mondes von Experten des DLR gemiensam mit Kollegen der Arizona State University erstellt, wobei sie die Messergebnisse der Geräte WAC (Wide Angle Camera) und LOLA (Lunar Orbiter Laser Altimeter) an Bord der NASA-Sonde LRO (Lunar Reconnaissance Orbiter) nutzten. "Auf eine solch genaue Ansicht des Mondes hat die Fachwelt seit den Zeiten der Apollo-Flüge gewartet", betont Mark Robinson, Chefwissenschaftler für die Arbeit mit der LROC. Bei allen späteren unbemamnnten Missionen war jedoch die wissenschaftliche Ausrüstung der Sonden limitiert, so dass es einfach nicht möglich war, eine hochauflösende Ansicht zu erstellen.

Das topografische Modell mit der Bezeichnung GLD100 beruht auf den Daten der Weitwinkelkamera WAC, die gemeinsam mit zwei "normalen" Systemen zum Bildsystem LROC gehört. Sie erstellt Bilder in insgesamt sieben verschiedenen Farbbändern bei einer Schwadbreite von 57 Kilometern pro Überflug. Pro Monat entsteht so ein kompletter Datensatz des Mondes aus einer Flughöhe von 30 Kilometern, und diese Datensätze bieten wegen unterschiedlicher Lichteinstrahlung verschiedene stereskopische Ansichten. 69.000 dieser Stereomodelle wurden für die Erstellung der Karten benutzt und von Wissenschaftlern des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) zu den jetzt vorliegenden Ansichten kombiniert.

Ergänzt werden diese Karten mit Ansichten, die auf Datensätzen des Radargeräts LOLA basieren und vor allem genaue Höhenmodelle der Mondoberfläche bieten. Das war vor allem an den Polen des Mondes notwendig, weil es hier Bereiche gibt, auf die praktisch niemals das Sonnenlicht trifft. Daher ist es hier auch nicht möglich, Stereoaufnahmen zu gewinnen, so dass man auf Lasermessungen zurückgreifen muss.

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flugrevue.de/Matthias Gründer



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