17.06.2014
FLUG REVUE

Neue Herausforderung für das WeltraumteleskopHubble sucht nach dem nächsten Ziel für die Pluto-Sonde New Horizons

Am 19. Januar 2006 startete die NASA die Planetensonde New Horizons, die erste, welche den Kleinplaneten Pluto näher untersuchen soll. Derzeit „schläft“ sie noch, aber im Juli 2016 soll sie Pluto und seinen Mond Charon passieren und dabei so viele wie möglich Messungen und Fotos aufnehmen.

new horizons

New Horizons könnte nach dem Pluto noch mindestens einen weiteren Zielkörper anfliegen. © NASA  

 

Und dann? Wenn sie mit hoher Geschwindigkeit in 9600 Kilometern Entfernung am Pluto, gar in 27.000 Kilometern am Charon vorbeigerauscht ist und alle Daten zur Erde gefunkt hat? Da muss – unter der Voraussetzung, dass die Sonde in gutem Zustand ist – noch mehr zu machen sein, dachten sich NASA-Wissenschaftler, denn seit wir wissen, dass weit hinter der Plutobahn noch größere Himmelskörper als der Ex-Planet kreisen, will man mehr über diesen sogenannten Kuiper-Gürtel wissen. Hier, in einer Entfernung von etwa etwa 30 bis 50 Astronomischen Einheiten von der Sonne, befinden sich geschätzte 70.000 Objekte mit einem Durchmesser von mehr als 100 Kilometern und zahllose kleinere Eis- und Trümmerbrocken aus der Zeit vor rund 4,6 Milliarden Jahren, als unser Sonnensystem entstand.

Das Weltraumteleskop Hubble wird nun in nächster Zeit einen Himmelsausschnitt in Richtung des Sternbildes Schütze beobachten und dort möglichst viele Objekte des Kuiper-Gürtels identifizieren. Dabei werden mehrere Aufnahmen zu unterschiedlichen Zeiten gemacht, um die sich bewegenden Zielobjekte von den Hintergrundsternen unterscheiden zu können. Gelingt es, in der vorgegebenen Zeit mindestens zwei solcher Körper sicher herauszufiltern, dann wird es möglich sein, einen nächsten Zielkörper für New Horizons zu finden. Dabei muss man berücksichtigen, dass das Ziel vermutlich nur wenige Kilometer groß und zudem schwarz wie Steinkohle ist, und obwohl Hubble bereits Galaxien am Horizont des Universums gefunden hat, ist diese neue Aufgabe eine große Herausforderung für den Satelliten und alle beteiligten Wissenschaftler.

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flugrevue.de/Matthias Gründer


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