30.04.2013
FLUG REVUE

Hurrican am Nordpol des Saturn

Die NASA-Raumsonde Cassini hat den Wissenschaftlern erstmals einen Blick auf einen riesigen Wirbelsturm am Nordpol des Gasriesen im verschafft. Die Bilder wurden im sichtbaren Licht gemacht und mittels Falschfarben zusätzliche Informationen herausgeholt.

Auf den hochauflösenden Bildern und einem Video kann man deutlich das Auge des Hurricans sehen, das einen Durchmesser von rund 2000 Kilometern hat. Der gigantische Wirbel ist so groß, dass zwei Erdkugeln bequem hinein passen würden. Das gesamte Gebiet, an dessen Rändern die Wolken mit einer Geschwindigkeit von 150 Metern pro Sekunde dahinschießen, wird von Astronomen auch als Hexagon bezeichnet, weil sich alle Wolkenbewegungen in einem geheimnisvollen sechseckigen Muster abspielen.

Auf der Erde entstehen Hurricanes über warmen Wasserflächen, doch auf dem Saturn gibt es diese nicht. Dennoch werden sie auch hier vom Wasserdampf in der Atmosphäre gespeist. Weitere Gemeinsamkeiten mit irdischen Wirbelstürmen sind ein beinahe wolkenloses Auge, hohe Wolken, die eine Wand als Begrenzung des Sturmgebiets bilden, schnell um das Auge zirkulierende Wolken sowie eine Drehrichtung entgegen des Uhrzeigersinns am Nordpol. Allerdings verläuft diese Drehbewegung auf dem Saturn überraschend schnell und der Wirbel steht über dem Nordpol. Irdische Hurricanes demgegenüber driften nach Norden, weil sie von der Erdrotation beeinflusst werden.

Flüge über die Pole des Planeten kann Cassini nur einmal alle paar Jahre machen, weil dazu die Gravitationskräfte des Titan benötigt werden. Solche Bahnänderungen benötigen in der Regel eine jahrelange Vorbereitung.

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flugrevue.de/Matthias Gründer


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