03.03.2011
FLUG REVUE

ISS: Der neue Anbau ist fertig

Die insgesamt zwölf Damen und Herren, die sich gegenwärtig außerhalb der Erdatmosphäre in einer Umlaufbahn befinden, haben alle Hände voll zu tun. Im Schichtbetrieb sorgen sie für die Fertigstellung ihres „kosmischen Hauses“, der Internationalen Raumstation.<br />

Bei einem ersten Außenbordaufenthalt am Montag, dem 28. Februar, installierten Steve Bowen und Alvin Drew ein Verlängerungskabel, erweiterten den entlang des Gitterträgers verlaufenden Schienenstrang und erledigten noch mehrere kleinere Arbeiten. Die Astronauten wurden bei ihren Arbeiten von Nicole Stott unterstützt, während Michael Barratt und Scott Kelly ihnen mit dem Canadarm2 zur Seite standen. Hilfe kam auch von Tim Kopra aus dem Flugleitzentrum, der eigentlich bei den Arbeiten im All dabei sein sollte, sich aber kurz vor dem Flug verletzt hatte und deswegen ausgetauscht werden musste. Die EVA (Extravehicular Activity) dauerte sechs Stunden und 34 Minuten. Als Drew, der seinen ersten Ausstieg ins All absolvierte, die Luke verließ, war er damit zugleich der 200. Mensch in der Raumfahrtgeschichte, der außerhalb eines Raumfahrtzeugs frei im All schwebte.
Das PMM wurde am 1. März an dem der Erde zugewandten Kopplungsadapter des US-Moduls „Unity“ zum letzten Mal - und dieses Mal fest - verankert. Zuvor hatten es Nocole Stott und Mike Barratt mit dem Stationsarm aus dem Laderaum des Orbiters gehievt und an seinen künftigen Platz befördert. Noch am gleichen Tag öffnete sich die Luke des Moduls, und Scott Kelly, der Kommandant der 26. Stammbesatzung, schwebte als erster ins Innere des neuen Anbaus. Dieser hat rund 70 m³ nutzbares Volumen und verfügt über zahlreiche Staufächer für die künftige Arbeit an Bord. „Leonardo“ war in der Vergangenheit siebenmal mit Fracht zur Station geflogen und anschließend an Bord eines Space Shuttles wieder zur Erde zurückgekehrt.
Am 2. März stiegen Bowen und Drew ein zweites Mal, jetzt für sechs Stunden und 14 Minuten, in den Weltraum aus und führten dabei zahlreiche Wartungsarbeiten durch. Gleichzeitig entluden die anderen Crewmitglieder weiter die „Discovery“ und beluden den japanischen Raumtransporter HTV2 mit Müll und nicht mehr benötigter Ausrüstung. Als die Astronauten in die Station zurückkehrten, hatten sie den insgesamt 244. Ausstieg eines US-Raumfahrers ins All und den letzten von Bord der „Discovery“ aus absolviert. Bowen hatte bei insgesamt sieben Ausstiegen 47 Stunden und 18 Minuten „im Freien“ verbracht, womit er nun den sechsten Platz auf der Liste aller „Aussteiger“ einnimmt.

Vom Start der Discovery ist inzwischen ein interessantes Video bei Youtube aufgetaucht. Ein Passagier filmte von Bord eines Linienfluges.

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flugrevue.de/Matthias Gründer



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