04.07.2013
FLUG REVUE

Jason nach elfeinhalb Jahren abgeschaltet

Einer der Superstars unter den Erdbeobachtungssatelliten musste in dieser Woche nach dem Ausfall seines letzten Transmitters außer Dienst gestellt werden: der ozeanographische Satellit Jason, ein Gemeinschaftsprojekt der NASA und der französischen Raumfahrtagentur CNES.

Der Kontakt zum Satelliten ging am 21. Juni verloren, und alle Versuche ihn wieder zu beleben, schlugen fehl. Die Lebensdauer des am 7. Dezember 2001 gestarteten Raumflugkörpers war ursprünglich mit drei bis fünf Jahren berechnet worden, doch er hielt viel länger durch. Mit seinen Beobachtungsdaten und denen seines Vorgängers Topex/Poseidon können Wissenschaftler jetzt auf ein Klimaarchiv von 20 zusammenhängenden Jahren zurückgreifen. Mehr als 53.500-mal hat Jason die Erde umrundet und dabei alle zehn Tage unter anderem Windgeschwindigkeiten und Wellenhöhen gemessen, und das von 95 Prozent der eisfreien Meeresoberfläche. Damit ermöglichte er tiefe Einblicke in die ozeanische Zirkulation sowie verbesserte Wetter- und Klimadaten. Zu den Ergebnissen der Mission zählt auch die Registrierung des Anstiegs der Meereshöhe um vier Zentimeter aufgrund des Abschmelzens von Gletschern und Packeis infolge der Klimaerwärmung.

Drei Jahre lang konnten extrem genaue Daten gewonnen werden, weil Topex/Poseidon, Jason und der 2008 gestartete OSTP/Jason-2 auf koordinierten Umlaufbahnen flogen und zudem Messungen des ESA-Satelliten Envisat zur Ergänzung herangezogen wurden. Derzeit muss Jason-2 also allein arbeiten, doch schon 2015 wird er in Gestalt von Jason-3 wieder Gesellschaft bekommen.

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flugrevue.de/Matthias Gründer


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