14.02.2014
FLUG REVUE

Der größte Mond des SonnensystemsJupitermond Ganymed mit neuen Mitteln kartiert

Vor 400 Jahren hat Galileo Galilei den siebenten Jupitermond Ganymed entdeckt, der zugleich der größte Mond in unserem Sonnensystem ist. Jetzt legten Wissenschaftler erstmals eine geologische Karte des Himmelskörpers vor.

ganymed

Die neue Karte zeigt zahlreiche Details auf der Oberfläche des siebenten Jupitermondes. © NASA  

 

Eine Gruppe von Wissenschaftlern unter Führung von Geoffrey Collins nahm sich die besten Fotos vor, welche bei den Vorbeiflügen der Raumsonden Voyager 1 und 2 in den Jahren 1979 sowie während der Galileo-Mission (1995 bis 2003) aufgenommen worden waren. Mit Hilfe modernster Computertechnik wurden diese Bilder beziehungsweise Bildausschnitte mit dem größten Detailreichtum miteinander kombiniert, und heraus kam die erste globale Karte des eisigen Mondes. „Auf diese Art und Weise konnten wir erstmals Ordnung in das scheinbare Chaos der unglaublichen Vielfalt geologischer Erscheinungen bringen“, sagt Robert Pappalardo vom Jet Propulsion Laboratory der NASA. Jetzt können Wissenschaftler die Entstehung von Ganymed besser nachvollziehen und gleichzeitig künftige Untersuchungen mit Hilfe von Raumflugkörpern vorbereiten. Ab 2032 beispielsweise soll die ESA-Sonde JUICE (Jupiter Icy Moon Explorer) den Ganymed umrunden und gründlich erforschen.

Seit seiner Entdeckung im Jahre 1610 fasziniert der Mond die Wissenschaftler, vor allem wegen seiner zwei grundlegenden geologischen Kontraste: Da sind zum einen die sehr alten, dunklen und mit Kratern übersäten Regionen und zum anderen die helleren, etwas jüngeren, die von Gräben und Hügelketten durchzogen sind. Dank der Kartierung war es erstmals möglich, an einem Himmelskörper des äußeren Sonnensystems solche zeitlich unterschiedlichen Perioden zu formulieren. Gleichzeitig können anhand der Ganymed-Erkenntnisse geologische Phänomene auf anderen eisigen Monden besser interpretiert werden.

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flugrevue.de/Matthias Gründer


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