10.11.2013
FLUG REVUE

ESA-Mission „Volare“ auf der ISSKomm nach Hause, Luca!

Mehr als 30 Experimente hat ESA-Astronaut Luca Parmitano auf der Internationalen Raumstation ISS durchgeführt, er half drei Raumfrachtern beim Andocken, bewahrte bei zwei Weltraumspaziergängen einen kühlen Kopf und lieferte uns unterhaltsame Blogeinträge und Bilder von der Erde aus dem Weltraum. Nun ist es Zeit für ihn, seine Heimreise anzutreten.

Luca

Zu Luca Parmitanos Aufgaben gehörten auch Fotografien der Erdoberfläche aus der Beobachtungskuppel „Cupola“. © NASA  

 

Copyright: esa

Nach fast sechs Monaten auf der ISS wird Luca heute Nacht gemeinsam mit der NASA-Astronautin Karen Nyberg und dem russischen Kosmonauten Fjodor Jurtschichin an Bord einer Sojus-Raumkapsel zur Erde zurückkehren. Nachdem die Crew die Raumstation verlassen hat, wird sie sich auf ihren kurzen, aber holprigen Rückflug durch die Erdatmosphäre begeben und schließlich in der kasachischen Steppe landen. Nach dem Abkopplungsprozess von der Station wird die Sojus-Kapsel ihre Geschwindigkeit innerhalb von drei Stunden von 28.800 km/h auf Null (relativ zur Erde) verringern. Während ihres Heimflugs wird sich die Sojus-Kapsel in drei Teile spalten, wobei das Orbitalmodul und das Servicemodul bei Eintritt in die Erdatmosphäre verglühen werden. Das verbleibende Landemodul wird Luca, Karen und Fjodor zurück zur Erde bringen und während des Wiedereintritts Temperaturen von bis zu 1600 Grad C ausgesetzt sein. Diese entstehen durch die Reibungskraft der Atmosphäre, durch die sich der Hitzeschild der Kapsel aufheizt.

Sobald sich die Kapsel neun Kilometer über dem Meeresspiegel befindet, öffnet sich automatisch ein Fallschirm, der die Geschwindigkeit von 864 km/h auf 324 km/h drosselt. Anschließend wird der Hitzeschild abgeworfen, um die vier Bremstriebwerke mit Feststoffantrieb freizulegen, die Sekunden vor dem Aufprall zünden und eine weiche Landung gewährleisten. Um den Aufprall noch weiter abzudämpfen, sitzen die Astronauten auf gefederten Sitzen. Dennoch gleicht die Landung laut ESA-Astronaut André Kuipers, der die Landung im letzten Jahr selbst durchmachte, einem „kleinen Autounfall, den man heil übersteht“. Per Hubschrauber und Flugzeug werden Luca und Karen den letzten Teil ihrer Heimreise antreten und nach Houston, USA zurückkehren. Obwohl die Volare-Mission damit beendet ist, ist die Arbeit der Crew noch lange nicht abgeschlossen. Physisch kehren die Astronauten erschöpft und kraftlos aus dem All zurück und müssen sich wieder an die Schwerkraft der Erde gewöhnen.

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flugrevue.de/Matthias Gründer


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