16.10.2014
FLUG REVUE

ESA-Kometensonde RosettaLandeplatz für Lander Philae bestätigt

Nun steht es fest: Nach weiteren detaillierten Untersuchungen ist der im September ausgewählte Landeplatz J auf dem Kometen Tschurjumov-Gerassimenko bestätigt worden. Das Team im Lander-Kontrollraum des DLR kann sich somit auf die Landung auf dem Kopf des entenförmigen Kometen vorbereiten.

Landeplatz J

Der Landeplatz J auf dem Kometen. © DLR  

 

„Der Landeplatz hat ausreichend Sonne und relativ flaches Gelände“, sagt Lander-Projektleiter Dr. Stephan Ulamec vom DLR. Einfach wird die Aufgabe dennoch nicht – bisher kennen die Wissenschaftler beispielsweise noch nicht die Bodenbeschaffenheit. Am 12. November 2014 um 9.35 Uhr soll der Lander von der Rosetta-Sonde getrennt werden und rund sieben Stunden später auf dem Kometen aufsetzen. Gesteuert und überwacht wird die erste Landung überhaupt auf einem Kometen aus dem Lander Control Center des DLR in Köln.

Mit der Mission, die am 2. März 2004 startete, wollen die Kometenforscher einen Blick in die Entstehungszeit unseres Sonnensystems werfen. Zum ersten Mal haben sie dabei die Möglichkeit, das ursprüngliche Material eines Kometen nicht nur bei einem weit entfernten Vorbeiflug zu untersuchen, sondern aus dem Orbit und sogar direkt auf der Kometenoberfläche. Die Rosetta-Sonde selbst ist zurzeit nur noch zehn Kilometer vom Kometen entfernt. Sobald Philae gelandet ist, werden zehn wissenschaftliche Instrumente die ersten Daten von einer Kometenoberfläche liefern. Drei Experimente werden dabei federführend vom DLR-Institut für Planetenforschung durchgeführt: Die Sonde MUPUS hämmert sich bis zu 40 Zentimeter tief in den Boden, um beispielsweise die Wärmeleitfähigkeit zu messen, SESAME sendet und horcht auf akustische und elektrische Signale, und die Kamera ROLIS nimmt bereits während des Abstiegs in Richtung Komet die ersten Bilder auf.

Noch am Tag zuvor sowie in der Nacht zum 12. November 2014 werden mehrfach Entscheidungen getroffen, ob die Landung ausgelöst werden soll. Rund zwei Stunden vor der Separation des Landers wird Rosetta auf die entsprechende Flugbahn gesteuert. Rund 22,5 Kilometer über der Kometenoberfläche beginnt dann nach der Separation der Flug von Philae, der über eine vorab im DLR programmierte Computersequenz autonom verlaufen wird. 509 500 000 Kilometer werden Rosetta und Philae dann von der Erde entfernt sein, und ein Signal wird mehr als 28 Minuten aus dem All bis zur Bodenstation benötigen. Gegen 17 Uhr erwartet das Team im Kontrollraum dann die Information, dass Philae sicher auf dem Kometen aufgesetzt hat. Etwa eine Stunde danach wird das Kontrollteam mit der ersten wissenschaftlichen Phase beginnen, bei der alle Instrumente auf dem Lander in Betrieb genommen werden.

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flugrevue.de/Matthias Gründer


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