06.11.2013
FLUG REVUE

NASA-Mondsonde LADEELaserkontakt zur ESA-Bodenstation Teneriffa

Der NASA-Orbiter, der aktuell den Mond umkreist, hat aus einer Entfernung von 400.000 Kilometern Lasersignale an die Bodenstation der ESA auf Teneriffa gesendet. Die Datenübertragungsgeschwindigkeit war dabei um ein Vielfaches höher als es mit herkömmlichen Radiowellen möglich gewesen wäre. Damit ist ein entscheidender Durchbruch in der Weltraumkommunikation gelungen.

LADEE-transmission

Prinzipdarstellung der Laserverbindung von der Mondsonde zur Bodenstation. © ESA  

 

Die NASA-Sonde LADEE (Lunar Atmosphere and Dust Environment Explorer) war am 7. September gestartet worden und hatte die Umlaufbahn des Mondes im Oktober erreicht. Neben ihrer Aufgabe, Atmosphäre und Staub des Mondes zu erforschen, bekam sie außerdem einen neuen Laserterminal mit auf den Weg. Dieser neue Ansatz verspricht Datenübertragungsraten, die weitaus höher sind als die der traditionellen Radiowellen, die heute von Satelliten und Bodenstationen (einschließlich dem ESA-Funknetz ESTRACK) verwendet werden. Die ESA-Bodenstation auf den Kanarischen Inseln wurde erst kürzlich mit einem fortschrittlichen, in Dänemark und der Schweiz entwickelten Laserterminal ausgestattet, der mit Hilfe von stark fokussierten Strahlen mit der LADEE-Sonde kommunizieren kann. Nach den ersten zwei Kommunikationsabläufen mit der LADEE-Sonde am 26. Oktober und sechs weiteren in den darauf folgenden drei Tagen arbeitet das ESA-Team in Teneriffa an der Optimierung der Hardware – insbesondere für den Uplink – sowie an der Verbesserung sämtlicher Prozesse.

Wenn es darum geht, riesige Datenmengen von Raumfahrzeugen in den Umlaufbahnen der Erde, des Mondes oder weiter entfernterer Planeten auf die Erde herunterzuladen, könnten Laser auf nahinfraroten Wellenlängen die Kommunikationsmethode der Zukunft sein. Da Laserkommunikationseinheiten leichter und kleiner sind als die derzeit verwendeten Bordradiosysteme, könnten sie die Missionskosten senken und mehr Nutzlast für wissenschaftliche Bordgeräte schaffen.

Mehr Infos zu:
Mehr zum Thema:
flugrevue.de/Matthias Gründer


Weitere interessante Inhalte
Neues System von Rockwell Collins Überschallknall im Cockpit visualisiert

23.03.2017 - Der US-Avionikhersteller Rockwell Collins hat ein System entwickelt, das Piloten von künftigen Überschallflugzeugen die Lärmauswirkungen am Boden auf einem Display darstellt. … weiter

Luftfahrtfortschung NASA führt Überschall-Testflüge durch

21.03.2017 - Die amerikanische Aeronautik- und Raumfahrtbehörde will mit einer Reihe von Flugtests Technologien untersuchen, die künftige Überschallflugzeuge effizienter machen sollen. … weiter

X-Modelle NASA-Luftfahrtforschung: X-Flugzeuge

13.03.2017 - Schneller, leiser, sparsamer: Mit einer Reihe von X-Flugzeugen will die NASA neuen Öko-Technologien zum Durchbruch verhelfen. Bei der Umsetzung könnten auch Branchenneulinge zum Zuge kommen. … weiter

Concorde-Nachfolger mit vermindertem Überschallknall NASA-Überschallprojekt QueSST: Windkanaltest bis Mach 1.6

27.02.2017 - Rund 70 Jahre nach dem ersten Überschallflug der Bell X-1 gewinnt das Thema Concorde-Nachfolger wieder an Fahrt: Das bei Lockheed Martin entworfene Modell eines künftigen, "leisen" … weiter

Falcon 9 von SpaceX Erster kommerzieller Start vom Launch Complex 39A

20.02.2017 - Am Sonntag ist eine Falcon 9 mit Nachschub für die Internationale Raumstation ISS gestartet. Es war seit langem der erste Raketenstart von der historischen Startrampe 39A des Kennedy Space Centers in … weiter


  • Hersteller

    Lade...

  • Typ

    Bitte Hersteller auswählen!

FLUG REVUE 04/2017

FLUG REVUE
04/2017
06.03.2017

Abonnements
Digitalabo
E-Paper
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


"Neue" MiG-35 vorgestellt
Probleme beim BER
Iran Air erhält Airbus
Wirbelschleppen - die gefährliche Schönheit
SpaceShipTwo wieder im Flugtest
Bombardie-Flaggschiff Global 7000

aerokurier iPad-App