31.08.2010
FLUG REVUE

Letzter Zwischenstopp auf dem Weg zur ISS

Ein neues wissenschaftliches Gerät, mit dem Wissenschaftler die Ursprünge und die Struktur des Universums erforschen wollen, ist am 26. August 2010 am Kennedy Space Center der NASA in Florida angeliefert worden - das 6800 Kilogramm schwere Alpha Magnetic Spectrometer-2 (AMS).

Letzter Zwischenstopp auf dem Weg zur ISS

Ansicht des Alpha Megnetic Spetrometers, mit dem Wissenschaftler die Teilchenstrahlung im Weltall messen wollen. © NASA  

 

Ein Transportflugzeug Lockheed C-5M der US Air Force setzte am frühen Morgen auf der Shuttle-Landebahn des Raumfahrtstartzentrums auf und brachte das vom Europäischen Labor für Teilchenphysik (CERN) in der Schweiz gebaute Gerät zum Startplatz, von wo aus es im Frühjahr 2011 zur ISS transportiert werden soll. Zahlreiche Gäste wohnten der Entladung des Transportcontainers mit der wertvollen Fracht bei, darunter der Physiker und Nobelpreisträger Samuel Ting vom Massachusetts Institute of Technology sowie die Besatzung der Space-Shuttle-Mission STS-134 unter Führung von Commander Mark Kelly.

Das AMS besteht aus einem großen Magneten und einem Teilchenzähler und wird nach Anlieferung an die Station auf deren Gitterträger verankert. Dort soll es mindestens zehn Jahre lang die kosmische Teilchenstrahlung messen. "All unser Wissen über das Universum stammt zum größten Teil von der Beobachtung von Lichtstrahlen", erläutert Samuel Ling und verweist dabei auf das Hubble Space Telescope. "Nun aber werden wir auch Elektronen, Positronen, Protonen, Antiprotonen, Helium und Antihelium erfassen können, bevor sie in die Erdatmosphäre eintreten." Weil alle diese Teilchen elektrisch geladen sind, nutzt man den starken Magneten, um sie einzufangen.

Die Astronauten werden beim letzten Einsatz der Endeavour das Gerät mit dem Shuttle-Kranarm aus der Ladebucht heben und an den Stationsarm übergeben, der es dann an seinem Endpunkt platziert. Erstmals wurde ein neuartiges Haltesystem entwickelt, das keinerlei zusätzliche Außenbordeinsätze mehr erfordert. Das AMS rastet praktisch in die Halterung ein, wobei gleichzeitig die Kabel für die Stromversorgung und die Datenübertragung verbunden werden, und schon ist das Experiment arbeitsbereit. Die Crew hat insgesamt eineinhalb Jahre lang für diesen Einsatz trainiert.

Das AMS war von einem internationalen Team aus 56 wissenschaftlichen Institutionen aus 16 Ländern entwickelt worden. Die Finanzierung erfolgte aus dem Etat des US-Energieministeriums. Das Gerät befindet sich jetzt in der Space Station Processing Facility, wo es letzten Tests unterzogen wird. Von Oktober bis unmittelbar vor dem Start im Februar werden Spezialisten dann noch letzte Feineinstellungen an den Sensoren vornehmen.




  • Hersteller

    Lade...

  • Typ

    Bitte Hersteller auswählen!

FLUG REVUE 12/2016

FLUG REVUE
12/2016
07.11.2016

Abonnements
Digitalabo
E-Paper
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


- Neue Junkers F 13 fliegt
- Dreiteilung airberlin
- Flughafen Lyon
- Erprobung Pilatus PC-24
- Wonsan Air Festival
- Brennstoffzellen im Alltagstest
- Extra Raumfahrt

aerokurier iPad-App