30.07.2014
FLUG REVUE

„Georges Lemaître“Letztes ATV der ESA zur ISS gestartet

Die fünfte und letzte Mission eines ATV der ESA wurde heute mit einem erfolgreichen Start von Europas Raumflughafen in Kourou in Französisch-Guayana aus eingeleitet.

ATV-5 Start Ariane 2014

Am 30. Juli 2014 (MESZ) hob die Ariane 5 mit dem ATV-5 in Kourou ab (Foto: ESA).  

 

Das nach dem belgischen Wissenschaftlicher und Begründer der Urknall-Theorie Georges Lemaître benannte Transferfahrzeug wurde am Dienstag um 20.47 Uhr Ortszeit in Kourou (bzw. 30. Juli 1.47 MESZ) an Bord einer Ariane-5 ES gestartet. Nachdem es seine kreisförmige Umlaufbahn in 260 km Höhe über der Erde erreicht hatte, fuhr es seine Solarpaneele und die Antenne aus.

Die 6602 kg Fracht an Bord des ATV-5 umfassen 2681 kg Trockenfracht und 3921 kg an Wasser, Treibstoff und Gasen. Zur Fracht gehört auch komplexes wissenschaftliches Gerät, wie der Hightech-Schmelzofen EML (elektromagnetischer Levitator), mit dem Experimente zur Verbesserung industrieller Gussverfahren durchgeführt werden sollen.

Die allererste Phase der Einsatzerprobung des ATV wird ca. 10 Stunden nach dem Start beendet sein. Anschließend werden etwa zwei Wochen lang die Geräte getestet und Experimente durchgeführt.

Auf dem Flug zur ISS sind auch einige Umrundungen der Raumstation vorgesehen, um den Laserinfrarotbildsensor LIRIS zu testen, der die Grundlage für künftige Lenkungs-, Navigations- und Steuerungssysteme für Anflüge an Ziele ohne passenden Andockstutzen oder Weltraummüll bilden könnte.

Andocken wird das ATV-5 schließlich am 12. August. Es wird etwa sechs Monate lang mit der ISS verbunden bleiben, bevor es mit Stationsmüll beladen wieder abgetrennt und bei seinem Wiedereintritt in die Erdatmosphäre verglühen wird.

Der Betrieb von Georges Lemaître wird vom ATV-Kontrollzentrum in Toulouse aus überwacht, das gemeinsam von der ESA und der französischen Raumfahrtagentur CNES unterhalten wird.

„Das ATV ist auch sechs Jahre nach seinem ersten Flug ein einzigartiger Raumtransporter, der uns vor Augen führt, was die ESA gemeinsam mit der europäischen Industrie zur Zusammenarbeit und Innovation in Europa beitragen kann“, sagte unterstrich ESA-Generaldirektor Jean-Jacques Dordain. „Es ist dieser Erfolg, der die NASA dazu bewogen hat, für ihr künftiges Mannschaftstransportsystem auf das Versorgungsmodul des ATV zurückzugreifen."



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