20.03.2013
FLUG REVUE

LRO hat GRAIL-Einschläge fotografiert

Am 17. Dezember 2012 waren die beiden Zwillingssonden GRAIL nahe des Mondnordpols gezielt zum Absturz gebracht worden. Der Lunar Reconnaissance Orbiter (LRO) flog zu dieser Zeit dicht am Einschlagort vorbei und dokumentierte die Folgen.

Die meisten Satelliten oer Raumsonden beenden ihre Arbeit völlig unspektakulär. Nicht so die beiden Zwillingssonden GRAIL (Gravitiy Recovery and Interior Laboratory)*, die ein dreiviertel Jahr lang das Schwerefeld des Mondes vermessen hatten. Als der Treibstoff der Bordtriebwerke verbraucht war, veranstalteten die beiden kleinen, jeweils etwa 200 Kilogramm schweren Sonden noch ein Abschiedsfeuerwerk, indem sie nahe beieinander einen namenlosen Berg nahe des Nordpols des Trabanten bombardierten. Der Lunar Recoannaissance Orbiter zog gerade auf einer 160 Kilometer hohen Bahn vorüber, und dank seiner Aufnahmen kann man die Einschlagstellen deutlich erkennen.

Die Abstürze verursachten relativ kleine Krater von maximal sechs Metern Durchmesser, wobei dunkles Material ausgeworfen worden ist. "Das ist ziemlich ungewöhnlich", sagte Marc Robinson, LRO-Chefwissenschaftler bei der Arizona State University, "denn üblicherweise sind frische Einschlagskrater auf dem Mond viel heller. Wir nehmen aber an, dass diese Färbung von den Resten der Sonden hervorgerufen wurde." Beide Einschläge liegen rund 2.200 Meter entfernt in 500 bzw. 800 Metern Höhe am Hang des 2.500 Meter hohen Berges südlich des Kraters Mouchez.

* GRAIL A trug den Eigennamen "Ebbe", GRAIL B war von den Wissenschaftlern auf den Namen "Flut" getauft worden.

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flugrevue.de/Matthias Gründer


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