26.04.2014
FLUG REVUE

Schönheit nach der KatastropheMars Express fotografiert die Osuga-Täler im Canyon Valles Marineris

Das Landschaftsbild der Osuga-Täler auf dem Mars mit seinen sanft geschwungenen Kanälen und tropfenförmigen Inseln lässt leicht die zerstörerischen Ereignisse vergessen, die zu seiner Entstehung geführt haben: Einst formten gleich mehrere gigantische Flutereignisse dieses verzweigte Netz von Flusstälern.

Die hier präsentierten Bilder der vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) betriebenen hochauflösenden Stereokamera HRSC auf der ESA-Sonde Mars Express zeigen den zentralen Teil von Osuga Valles. Mit nur 164 Kilometern Länge ist das Tal zwar relativ kurz, dafür lassen seine Breite von bis zu 20 Kilometern und Tiefe von bis zu 900 Metern darauf schließen, dass sich hier gewaltige Flutkatastrophen ereignet haben. Die starke erosive Kraft der durchströmenden Wassermassen hat die für solche geologischen Prozesse typischen Landschaftsmerkmale hervorgebracht: Tropfenförmige Inseln, die von den Fluten umspült wurden, Strömungsmuster auf dem Talgrund in Form von Rillen und Uferterrassen an den Rändern und an den Seiten der umströmten Inseln. Die Rillen auf dem Talboden sind ein Zeichen für die hohe Fließgeschwindigkeit des Wassers, die Stromlinien rings um die Inseln belegen, dass das Wasser in Richtung Nordosten geflossen ist. Höhenunterschiede in den Talböden sowie die sich kreuzenden Täler weisen darauf hin, dass mehrere einzelne Flutereignisse stattgefunden haben.

Osuga Valles, benannt nach einem russischen Fluss, liegt etwa 170 Kilometer südlich der Schlucht der Morgenröte (Eos Chasma), die sich am östlichen Ende des riesigen Mars-Canyons Valles Marineris befindet. Die Osuga-Täler entspringen einem so genannten chaotischen Gebiet, das in das Eos-Tal an der Mündung der Valles Marineris übergeht. Das Wasser, das die Osuga Valles ausgespült hat, ist vermutlich in einem anderen chaotischen Gebiet versickert. Vielleicht bildeten die Wassermassen in diesem großen, bis zu 2,5 Kilometer tiefen Gebiet einen See, der über einen längeren Zeitraum dort existierte.

Mehr Infos zu:
Mehr zum Thema:
flugrevue.de/Matthias Gründer


Weitere interessante Inhalte
Training, ISS, Zukunft als Raumfahrer "Zum Mars, das wär's!" — ESA-Astronaut Alexander Gerst im Interview

16.02.2017 - Im Mai 2016 wurde der ESA-Astronaut Alexander Gerst für seine zweite Langzeitmission im All nominiert. 2018 wird der 40-Jährige als erster Deutscher auf der ISS das Kommando führen. Im Interview … weiter

Matthias Maurer ESA setzt auf weiteren deutschen Astronauten

02.02.2017 - Das Astronautenkorps der europäischen Raumfahrtagentur ESA erhält Verstärkung: Der Saarländer Matthias Maurer wurde am Donnerstag im Europäischen Raumflugkontrollzentrum (ESOC) in Darmstadt … weiter

SmallGEO Wieder ein Telekommunikationssatellit aus Deutschland

30.01.2017 - Der Hispasat-Satellit H36W-1 ist am Samstag erfolgreich von Kourou aus gestartet. Es ist der erste Satellit, der auf der in Deutschland entwickelten und gebauten SmallGEO-Plattform basiert. … weiter

Europäisches Satellitennavigationssystem Galileo-Uhren funktionieren nicht korrekt

20.01.2017 - Es gibt Probleme beim europäischen Satellitennavigationssystem Galileo. Bei fünf Satelliten wurden Anomalien bei den Atomuhren an Bord entdeckt. … weiter

Ariane 6 Europas Billig-Rakete

19.12.2016 - Günstiger soll sie werden und dabei so zuverlässig sein wie ihre Vorgängerin: Bei der Ariane 6 versucht Airbus Safran Launchers den Spagat zwischen Kosten und Qualität, um im Trägerraketen-Markt … weiter


  • Hersteller

    Lade...

  • Typ

    Bitte Hersteller auswählen!

FLUG REVUE 05/2017

FLUG REVUE
05/2017
10.04.2017

Abonnements
Digitalabo
E-Paper
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


Boeing 737 wird 50
Boeing 787-10 fliegt
Rafale in Jordanien
DC-3 in Kolumbien
Flughafen Paris Charles de Gaulle
Triebwerksforschung

aerokurier iPad-App