03.08.2013
FLUG REVUE

Mars Express fotografiert eine der ältesten Gesteinsformationen

Die jüngsten vom DLR veröffentlichten Bilder der hochauflösenden Stereokamera HRSC auf der ESA-Raumsonde Mars Express zeigen einen Ausschnitt des nördlichen Teils der Ebene Hesperia Planum. Die Gegend ist von zahlreichen Kratern unterschiedlichster Größen übersät, die fast alle über die Zeit stark abgetragen wurden.

Hesperia Planum ist eine ausgedehnte Hochlandregion nahe des Marsäquators mit einem Durchmesser von mehr als 1500 Kilometern. Der Name Hesperia geht auf die Bezeichnung für das Abendland in der Antike zurück. Weil sich in dieser Gegend zahlreiche, für das „Mars-Mittelalter“ typische die Landschaft verändernde Prozesse abgespielt haben, wurde in der Marsgeologie die „Hesperische Periode“ nach Hesperia Planum benannt. Das Hesperium deckt die Zeit von 3,7 bis 3,4 Milliarden Jahren vor unserer Zeit ab, eine Periode, die den gesamten Mars nachhaltig veränderte.

Südlich des hier gezeigten Geländeabschnitts nimmt ein kleines, verzweigtes System von Tälern namens Tagus Valles seinen Ausgang. Deren Ausläufer sind auf den Bildern nicht ganz leicht zu erkennen, da verschiedene geologische Prozesse die Oberfläche und auch den Talverlauf verändert haben: In der farbkodierten topographischen Karte lassen sich stellenweise unterhalb und rechts des großen Kraters mit dem markanten, zerfurchten Inneren ansatzweise noch mäandrierende Talverläufe erkennen.

Einen anderen Hinweis auf das zeitweise Vorhandensein von Wasser liefert der dunkel gefärbte Krater im Süden, der einen Durchmesser von etwa 34 Kilometern hat. Auffallend sind zahlreiche große Tafelberge und sogenannte Yardangs (Windgassen), die sich im Inneren des Kraters gebildet haben, der einstmals von Sedimenten teilweise aufgefüllt war. Vieles deutet darauf hin, dass er mehrere Male überflutet worden ist. Während solcher Ereignisse wurden Sedimente im Krater abgelagert. Damit die heute zu erkennende, ungewöhnlich chaotisch anmutende Landschaft im Innern des Kraters entstehen konnte, mussten Teile dieser Sedimente wieder abgetragen worden sein. Eine mögliche Erklärung dafür sind Lösungsprozesse, die sich unter der Oberfläche abgespielt haben. Dadurch sind Hohlräume entstanden, in die Material nachgesackt ist.

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flugrevue.de/Matthias Gründer


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