29.10.2013
FLUG REVUE

Autonomes FahrregimeMarsrover Curiosity an der „langen Leine“

Zwei Tage lang fuhr der Marsrover Curiosity autonom in Richtung seines nächsten Ziels, bevor er am 28. Oktober 2013 wieder Kontakt zur Bodenstation aufnahm. Damit bewies das rollende Labor erstmals seine Fähigkeiten, selbst eine sichere Fahrtroute auszuwählen und zu verfolgen.

Cooperstown

Die flache Gesteinsbrücke voraus trägt den Namen Cooperstown. © NASA  

 

Im Rahmen des Forschungsprogramms fertigt der Rover dreidimensionale Bilder seiner Umgebung an, analysiert diese mit Hilfe des Bordcomputers und wählt danach die nächste Wegstrecke aus. Seit der Landung auf dem Mars war diese Wahl immer nur von den Steuerleuten auf der Erde getroffen worden, doch nun durfte das Marsauto erstmals selbst die Route bestimmen. Die Zwei-Tages-Tour war in zwei Etappen – 55 beziehungsweise 32 Meter lang – unterteilt und brachte Curiosity bis auf 80 Meter an das nächste Untersuchungsobjekt heran, eine schmale Gesteinsbrücke namens „Cooperstown“. Hier sollen einen Tag lang Gesteinsproben untersucht werden. Die letzten derartigen Analysen hatten am 22. September stattgefunden.

Cooperstown ist einer von fünf sogenannten „Waypoints“, Haltepunkten auf dem Weg zum Zentralberg Mount Sharp des Kraters Gale. Er war schon auf Fotos auf der Umlaufbahn aufgefallen, weil er sich deutlich von seiner Umgebung abzeichnet. Aus diesem Grund auch vermuten die Geologen hier besondere Ablagerungen im Gestein. Die zu erwartenden Daten werden mit jenen der vergangenen Analysepunkte sowie schließlich mit denen am Mount Sharp verglichen, weil man daraus Erkenntnisse über die geologische Vergangenheit des Geländes ableiten will. Mittlerweile sind sich die Wissenschaftler ziemlich sicher, dass der Kratergrund einstmals von einem, wenn auch flachen, See bedeckt gewesen ist.

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flugrevue.de/Matthias Gründer


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