02.08.2010
FLUG REVUE

Marsrover Spirit meldet sich nicht mehr

Der Mars Exploration Rover (MER) Spirit gibt seit dem 22. März keine Antwort mehr auf zahlreiche Funksignale, welche ihm die Kontrolleure der Bodenstation senden. Weil jetzt gerade Winter auf dem Mars herrscht, sind die Aussichten für eine Wiederherstellung der Verbindung nicht gerade gut.

Marsrover Spirit meldet sich nicht mehr

Spirit steckt tief im Sand fest und verharrt im Kälteschlaf. © NASA  

 

Experten sind sich einig, dass Spirit derzeit in eine Art "Kälteschlaf" gefallen ist, bei dem die Bordenergieversorgung auf ein Minimum heruntergefahren wurde. Wegen des Tiefstandes der Sonne am Marshorizont gibt es nur wenig Energie für die Solarzellenflächen des Marsautos. So werden seine Heizanlagen nicht mehr mit Strom versorgt, und die Temperatur aller Geräte fällt auf minus 55 Grad Celsius.

Seit sich Spirit in einer Sanddüne festgefahren hat und vor seinem vierten Winter auf dem Mars nicht mehr in eine vorteilhaftere Position gebracht werden konnte, war klar, dass seine Lebensdauer zu Ende geht. Immerhin hatten die Wissenschaftler gehofft, ihn noch als stationäre Wetterbeobachtungsstation nutzen zu können

Seit dem 26. Juli 2010 wenden die Ingeniuere das sogenannte "sweep and beep"-Verfahren an - der Rover bekommt Funkkommandos, auf die er mit einem "Piep" antworten müsste. "Es wäre aber ein Marswunder, wenn Spirit zurückruft", sagt Douglas McCuistion, Direktor des Marsforschungsprogramms der NASA, "denn die gegenwärtigen Bedingungen auf dem Mars sind die härtesten, die er jemals aushalten musste."

Sollte der Rover nicht mehr genügend Sonnenlicht zum Aufladen seiner Batterien erhalten, würde auch seine Borduhr stehenbleiben. Doch selbst für diesen Fall wäre vorgesorgt: Jedesmal, wenn Spirit erwacht, wüsste er zwar nicht, welche Zeit er gerade hat, würde aber einfach mit einer neuen Zeitrechnung starten. Von da an würde er alle vier Stunden "aufwachen", 20 Minuten lang auf eventuelle Signale von der Erde lauschen und sich dann wieder "schlafen legen". Möglicherweise könnte es aber bis mindestens September dauern, bevor die Batterien wieder genügend Energie abgeben




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